Dr. Alfred Brogyani

Dr. Alfred Brogyanyi

Die von Peter Pilz dank seiner Hartnäckigkeit doch noch entdeckte Spur zu den gesuchten Schmiergeldern in Sachen Eurofighter war heute eine der Schlagzeilen in den Tagezeitungen. Die Gebarungen der schwarz-blauen Regierung unter Schüssel und Grasser sorgen bis heute dafür, dass der politischen Opposition die Aufklärungarbeit nicht ausgeht. Schon erstaunlich, was da immer wieder zu Tage tritt.

Ich weiß nicht warum, aber in diesem Zusammenhang fällt mir der damalige Präsident der Wirtschaftskammer Dr. Alfred Brogyanyi ein. Das war wohl während der schwarz-blauen Epoche einer der umtriebigsten Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Abgesehen davon, dass Brogyanyi damals auch für das Risikomanagement innerhalb der Ernst & Young und somit auch für die Prüfung der YLine zuständig war, hat er eine Reihe mehr oder weniger bekannter Aktivitäten entwickelt, die aus meiner Sicht exakt in das System jener Zeit passen.

Karl-Heinz Grasser

Karl-Heinz Grasser

Zu den bekannteren Aktivitäten zählt das Gutachten, das Dr. Brogyanyi bzw. seine Europatreuhand Ernst & Young in Sachen Grasser-Homepage erstellt hat. Wie derStandard zunächst berichtete wurde Dr. Brogyanyi von Grasser angeblich als Präsident der Wirtschaftstreuhänder um ein Gutachten in Sachen Homepage bzw. FirstInEx  gebeten. Naja, das hätte  ja auch gut geklungen, wenn eine Kammer dahintergestanden wäre. Quasi hochoffizieller Weißbrief für Grasser. Die Kammer hat sich aber beeilt mitzuteilen, dass nicht die Kammer, sondern Brogyanyi bzw. Ernst & Young dieses für Grasser entlastende Steuergutachten erstellt haben. Gut, es wäre ja auch zuviel verlangt, gleich einen ganzen Berufsstand in Grassers Dienste zu verpflichten. Zur Erinnerung: die FirstInEx war jenes Unternehmen der YLine-Gruppe in welches Grasser oder sein Vater (so genau weiß ich das aus dem Stand nicht mehr) investiert war und das von Grassers Jugendfreund Dieter Jandl geführt wurde. In der FirstInEx sollte dann auch gemeinsam mit dem Hochegger-Unternehmen  Martrix die berühmte Grasser-Homepage umgesetzt werden. Dieser Hochegger ist ja wirklich auch ein Umtriebiger, oder?

Und genau hier ergibt sich ein interessanter Anknüpfungspunkt zu einer weniger bekannten Aktivitätenreihe des damaligen Kammerpräsidenten. Derselbe Dr. Brogyanyi, der als Chef des Risikomanagements von Ernst & Young auch für die YLine zuständig war, hat sich persönlich und gleich gemeinsam mit anderen Mitarbeitern an der Firma enitionbeteiligt. Das wäre nichts Verwerfliches, wenn es nicht zufällig das Unternehmen meiner Schwester gewesen wäre, die sich mit der enition als Mitbewerber der YLine positioniert war. Der eigene Wirtschaftsprüfer als Mitbewerber, das hat doch was, oder? Ach ja, und dann sollte man zur Abrundung des Gesamtbildes erwähnen, dass die Ernst & Young Cap Gemini-Beratungstochter (auch dafür war Dr. Brogyanyi zuständig) auch fest bei der FirstInEx engagiert war und viel Geld als Berater und Wirtschaftsprüfer kassiert hat.

Da stelle ich mir doch die Frage, wie objektiv das Gutachten des Dr. Brogyanyi in Sachen FirstInEx und Homepage gewesen sein kann?

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  1. […] Cap Gemini verantwortlich wie auch als Risk Manager für die Wirtschaftsprüfung der YLine (siehe dazu auch meine Notizen). Wollte man auch auf Seiten Ernst & Young Cap Gemini die Umsätze künstlich in die Höhe […]

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