Oliver VoigtWie gestern angekündigthabe ich heute kurz über die YLine und die Kooperation mit News bzw. denGebrüdern Fellnernachgedacht. Das Projekt “Börse-Spiel” mit dem Wirtschaftsblatt hatte ja wirklich gut funktioniert. Danach haben wir auch gleich das Projekt “Wahlbörse” für dieNationalratswahl 1999 mit dem Nachrichtenmagazin Profil gemacht. Dort habe ich auch den damaligen Profil-Geschäftsführer Kurt Hoffmann kennengelernt. Das war im übrigen jene Wahl, mit welcher die FPÖ dann in die Regierung und die blau-schwarze Koalition gespült wurde und für bis heute andauernden Gesprächsstoff sorgt. Kurt Hoffmann war begeistert von  unserem Projekt und ist einige Monate danach als Finanzvorstand in jene YLine-Tochtergesellschaft gewechselt, über welche das News-Projekt abgewickelt wurde.

Das NEWS-Projekt wurde auf Initiative der Fellners gestartet, die ja bekanntlich immer ein gutes Händchen hatten, was das Merchandising anbelangt. Die Idee dabei war – in aller gebotenen Kürze -, dass wir Internet-PCs von IBM mit einem News-Abo kombinieren und als Paket verkaufen. Dabei wurden die PCs nach dem Geschäftsmodell der Mobilfunkbranche mit einem sehr günstigen Initial-Kaufpreis aber einer 12-monatigen Bindung verkauft. Wer damit in das damals noch junge Internet wollte, der musste pro Minute ATS 0,99 an uns zahlen. Na klar, den Großteil der Sofortzahlung hat sich News für das Jahresabo gekrallt. Damit konnten die Fellners binnen weniger Wochen den Bestand an Abo-Kunden um rund 35.000 erhöhen. Soviel YLine/News-PCs wurden verkauft, womit wir mit einem Schlag zu einem gefährlichen Mitbewerber für die alte Telekom bzw. AON wurden. Ich behaupte, dass auch die YLine damit viel Geld verdient hätten, wenn wir nicht so einen besch…en Vertrag mit IBM gehabt hätten und auch es damals schon solche Billingsysteme wie “paypal” existiert hätten. Aber davon ein andermal mehr. Auch für die Werbeagentur vonGernot Rumpold war dieses Projekt ein finanzieller Segen. Diese hatte die Werbekampagne mit den Fellnern ausgearbeitet, wobei sich interessanterweise die heutige Erika Rumpold als Halbschwester der Fellners vorstellte. Das konnte ich tatsächlich aber nie prüfen, war mir aber auch egal. Sie haben trotz der blauen Farbe gut gearbeitet. Eine gemeinsame Firma mit News bzw. den Brüdern Fellner war ob des Erfolges natürlich naheliegend. Entsprechende Entwürfe und Satzungen waren rasch ausgearbeitet, scheiterten aber letztendlich an der eher stringenten vorgeschlagenen  ”Pro-Fellner” Erfolgsaufteilung. Inzwischen war Karl-Heinz GrasserFinanzminister geworden und nach einem kurzen Telefonat mit ihm schien die Übernahme der AON von der Telekom für uns interessanter. Tatsächlich hatte ich kurz darauf ein Gespräch mit dem frisch bestellten ÖIAG-Vorstand Johannes Dietz. Aber davon ein andermal mehr.

Für NEWS bzw. für die Fellners war das Projekt mit YLine viel Geld wert. Gerüchte meinten damals, dass der Verkaufspreis der Gesellschaftsanteile an Gruner & Jahr unter anderem von der Anzahl der NEWS-Abonnenten bestimmt war. Das kann ich nicht bestätigen wohl aber, dass der damalige Projektleiter und einer meiner hauptsächlichen Gesprächspartern Oliver Voigt war. Ein fähiger Mann, der mittlerweile ja wieder heim ins Reich der Fellners gefunden hat und dort Geschäftsführer bei ÖSTERREICH  ist.

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