Robert Schimanko ist  oder war einer der großen unbekannten Strippenzieher am Wiener Investmentpflaster. In der Branche ist er zwar bekannt aber so gut wie unsichtbar. Er hat es immer gut verstanden, aus dem Hintergrund zu agieren und dabei die Gefahr der Front zu vermeiden. Ab und an – so wie beim Anlegerskandel der Manhatten Investment Ltd des Salzburgers Michael Berger kam er in das Schussfeld der Justiz, konnte sich aber dank seines Rechtsberaters Dr. Hausmaninger herauswinden. Eine entsprechende Anzeige der amerikanischen SEC wurde 2000 fallengelassen. Sein damaliger Arbeitgeber Bank Austria trennte sich damals aber in aller Stille von Robert.

Rückblende in den späten September 2001. Ich hatte auf Anraten des Unternehmensberaters Stumpf erst ein paar Tage zuvor die Insolvenz der YLine angemeldet. Robert Schimanko hatte sich in den Wochen vor der Insolvenz über ein entsprechendes Mandat, welches die YLine mit der Wiener Euro Invest-Bank abgeschlossen hatte, wegen einer Finanzierung bemüht. Ich erinnere mich noch sehr deutlich an den 11. September 2001 an eine Besprechung in meinem Büro. Über das Radio kam die Meldung des Terroranschlages auf das World Trade Center in New York. Schimanko wurde bei dieser Meldung blass und verließ ohne weiteren Kommentar die Besprechung. Verständlich, würde ich meinen.

Ende September also bekomme ich einen Anruf von Schimanko. Er wollte sich mit mir vertraulich treffen, einem Wunsch, dem ich gerne nachkam. Wir waren auch zuvor schob des Öfteren unterwegs gewesen. Unter anderen im Juni diesen Jahres in Monaco, um dort eine Finanzierung zu fixieren. Wir trafen also in einem Cafe am Graben in Wien. Dort eröffnete mir Robert, dass er von hohen Leuten aus der SPÖ, er war dort Parteimitglied,  geschickt worden wäre. Die Roten waren gerade erst aus der Regierung gekippt worden und würden mir das Angebot machen, dass ich alle Informationen über die „Blauen“ – also die Leute aus der FPÖ – übergeben sollte und im Gegenzug würde mir in Sachen YLine strafrechtlich nichts passieren. Sollte ich mich jedoch weigern, dann würden diese Leute dafür sorgen, dass die Staatsanwaltschaft intensiv verfolgen und mir das Leben extrem schwer machen würde. Ich habe diese nette Erpressung entgegengenommen und abgelehnt.

Einige Monate später durfte ich in meiner Aufarbeitung der YLine feststellen, dass Robert Schimanko und seine Kollegen in der Euro Invest-Bank in der Zeit vor der Insolvenz heftigen Insiderhandel mit der YLine-Aktie betrieben und diese durch Put-Optionen und Leerverkäufe zuletzt mehr oder weniger ruiniert haben. Offenbar hatten sie Informationen, welche ihnen im Zuge des Finanzierungsprojektes von Seiten der YLine zur Verfügung gestellt wurden, für eigene Zwecke und gegen das Interesse der YLine genutzt. Auf diesen Umstand von  angesprochen rechtfertigte sich Robert tatsächlich mit „dem lieben Gott, der dafür sorgen würde, dass die Schuldigen bestraft würden“ und war in der Folge nicht mehr erreichbar für mich. Das war eines der skurrilsten Gespräche, die ich in Zusammenhang mit der YLine geführt habe – und das will etwas heißen.

In Zuge der Aufarbeitung dieser Angelegenheit durfte ich interessante Vorkommnisse rund um die VA Tech und deren Übernahme entdecken. Robert Schimanko und sein Euro Invest Bank-Team haben interessante Spuren in der österreich-schweizerischen Börsenlandschaft hinterlassen.

[wird ausgeführt und fortgesetzt, siehe auch das Schlagwort ‚Robert Schimanko‘ über dem Beitrag]

Join the conversation! 6 Comments

  1. […] nach Monaco geflogen. Wir haben uns dort mit mehreren Investmentbankern getroffen – darunter Robert Schimanko von der Euro Invest und zwei englische Investmentbanker. Unter der Koordination des in Monaco […]

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  2. […] Erheblich zur Kriminalisierung der YLine hat eine mir unbekannte Spinola Privatstiftung beigetragen. Nach den Problemen mit IBM und dem Zusammenbruch von YLine haben die halbe österreichische Politik und hysterische Journalisten bei uns nach Leichen und Millionen von Karl-Heinz Grasser und der FPÖ gesucht. Bekanntlich war die Familie Grasser an unserer FirstInEx AG beteiligt. Über mein diesbezügliches Erlebnis mit dem Banker Robert Schimanko habe ich schon Notizen verfasst (siehe hier). […]

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  3. […] der Euro Invest Bank AG (siehe meine letzte Notiz) oder Robert Schimanko nicht sagen (siehe Notiz hier) aber ich handelte mir dadurch glatt  eine Anzeige des Günther Robol ein. Weil die YLine-Aktie […]

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  4. […] habe hier schon über Robert Schimanko und seine nette Erpressung berichtet (siehe Notizen hier). Damals, Ende 2001, haben die Roten wirklich alles versucht, um den Blauen eines Auszuwischen. Wie […]

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  5. So unbekannt wie das hier dargestellt ist, ist Herr Schimanko auch wieder nicht. Wer die Wiener Nobelitaliener häufiger frequentiert, der trifft dort regelmäßig auch Herrn Schimanko. Seine Bedeutung würde ich auch nicht unbedingt so hoch ansetzen. Er hatte einfach Glück, dass er mit Pecik nach oben geschwommen ist. Seither kümmert er sich mehr um seine Pferde als um den Kapitalmarkt. Über seine negativen Seiten wird ihnen auch gerne Herr Kovats Auskunft geben, da bin ich mir relativ sicher…

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  6. […] um Grasser und Haider haben, die man rund um die YLine vermutete (siehe auch die diesbezügliche Ankündigung meines damaligen Investmentbankers Robert Schimanko). Eine erste konkrete Anfrage von der Staatsanwaltschaft an die Wirtschaftspolizei kommt bereits […]

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Investmentbanker

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