Es wird in Verbindung mit der YLine häufig und berechtigt die Frage gestellt, ob und wer denn wirklich finanzielle Vorteile davon hatte. Die YLine wurde von mir als ambitioniertes Internet-Start-Up gestartet. Wir wollten uns zumindest in Österreich als führender Internet Service Provider  (ISP) positionieren und haben gemeinsam mit IBM und dem NEWS-Verlag Anfang 2000 eine entsprechende Aktion mit Internet-PCs gestartet. Davon werde ich in Kürze mehr und ausführlicher berichtet. Das Geld für die Finanzierung dieser Projekte haben wir uns im Zuge des Börseganges im November 1999 geholt. Damit war YLine das erste börsennotierte Internet-Unternehmen in Österreich. Die Aktie notierte an der EASDAQ in Brüssel.

Anfang 2000 hatte die YLine 20 Prozent der Aktien an der von Fritz Scheck und seinem Kollegen Georg Plochberger gehaltenen i-online ag im Wege eines Aktientausches erworden. Das heißt, dass Fritz Scheck und Georg Plochberger Anfang 2000 insgesamt knapp 97.000 YLine-Aktien für die Beteiligung an der i-online erhalten haben. Beim damaligen Kurs waren das rund € 17,7 Millionen, ein kleines Vermögen.

Tatsächlich hat Fritz Scheck  – wie sowohl ein entsprechender FMA-Bericht als auch der Gutachter aktenkundig festhalten – trotz gegenteiliger Lock-Up Vereinbarung einen erheblichen Teil der YLine-Aktien verkauft und damit mehr als € 7,8 Millionen Gewinn erzielt. Dabei erfolgte ein Großteil des Verkaufes in der Zeit der Krise im Sommer 2001, als YLine gemeinsam mit der Euroinvest Bank und internationalen Investoren Kapitalmaßnahmen plante, um die weitere Finanzierung sicherzustellen. Exakt in jener Zeit hat Fritz Scheck kontinuierlich seine Aktien auf den Markt geworfen, um seine Millionen ins Trockene zu bringen. Dieser laufende Verkauf von YLine-Aktien drückte massiv auf den Kurs derselben. Dass er damit die Kapitalerhöhung der YLine be- und letztlich wegen fallender Kurse verhinderte störte ihn dabei wenig. Hier der Auszug aus dem Gerichtsgutachten über den Verkauf in der kritischen Phase:

Gerichtsgutachten über Friedrich Scheck

Auszug aus dem Gerichts-Gutachten

Festgehalten werden sollte in diesem Zusammmenhang, dass Fritz Scheck auch Aufsichtsrat der YLine war und insofern in deren Sinne hätte handeln sollen. Auch hatte er als Insider Kenntnis über die Vorgänge und Vorhaben in der YLine. KR Fritz Scheck ist, wie sich auf Grundlage der FMA-Untersuchungen gezeigt hat, der einzig wirkliche finanzielle Profiteur der YLine. Es waren eben die Kleinanleger der YLine die über den Kauf der Aktien von Fritz Scheck diesen Gewinn ermöglicht hatten.

Trauriger Nachsatz: die ursprünglich von der renommierten Investmentbank CA-IB und Arthur Andersen (Dr. Bernhard Huppmann) beim Erwerb der Anteile festgestellte Bewertung der i-online musste wegen Fehler in der Cash-Planung – es fehlten ATS 30 Millionen wie Friedrich Scheck selber einräumte – bzw. bei der Aktivierung immaterieller Wirtschaftsgüter deutlich nach unten korrigiert bzw. musste seitens YLine auch  noch Geld eingeschossen werden.

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Gutachter, Unternehmer

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