Zwar habe ich die Anklageschrift noch nicht erhalten aber einige Freunde und Leidensgenossen in Sachen YLine haben mich mit Informationen versorgt. Eines vorweg – meine Befürchtung, dass manche Personen von der Staatsanwaltschaft freundschaftlich nicht berücksichtigt werden haben sich nur teilweise bestätigt. Insofern darf ich festhalten, dass es neben mir (keine Überraschung) und einigen Vorstandskollegen auch der Investmentbanker und Aufsichtsmitglied Gerhard Auer sowie der Wirtschaftsprüfer, Unternehmer und YLine-Millionär Friedrich Scheck in die Runde der Angeklagten geschafft haben. Daneben noch etwas unverständlich der oberösterreichische Unternehmer und ehemalige Aufsichtsrat Anton Stahrlinger. Ebenso dabei sind die Aufsichtsräte Norbert Frömmer und Ernst Hofmann.

Christian Rosner

Christian Rosner

Eine weihnachtliche Überraschung wird es wohl auch für den ehemaligen Aufsichtsrat, Vorstand und Großaktionär Christian Rosner  sein, sich unter den Angeklagten wiederzufinden. Insofern kann sich Christian zugute halten, dass er bei so gut wie jeder unternehmerischen Baustelle rund um österreichische Webunternehmen irgendwie beteiligt war. Und gerade eben hat er einen neuen Job bei der Münchner Allgeier SE angetreten. Dabei hat sich Christian ebenso wie Gerhard Auer wirklich redlich bemüht, alle Schuld von sich und auf mich zu weisen. In ihren Aussagen bei der Kriminalpolizei haben sie doch so sehr darauf bestanden, es „immer schon gewusst“ zu haben und nichts getan zu haben. Dabei haben doch beide Herren sehr viel mit YLine verdient. Haben sie also ihr Geld für Nichts bekommen? Dann hätte ich schon den nächsten Untreue-Tatbestand!

Insgesamt dürfte es 12 Angeklagte geben. Inhaltlich hat der Staatsanwalt auf 113 Seiten nach dem Motto „irgendetwas wird schon hängen bleiben“ eine Vielzahl von Punkten von den Sacheinlagen über falsche Bilanzen bis hin zu einzelnen Projekten und Aktivitäten angelistet. Es geht um die bekannten Vorwürfe des schweren gewerbsmäßigen Betrugs, der Untreue und Bilanzfälschung. Im Grund sind alle Punkte aus dem Gerichtsgutachten genommen. Eigene Eindrücke kann der Staatsanwalt ja mit einer einzigen Einvernahme ja auch nicht haben. Eine wirklich magere Ausbeute am Ende einer knapp 11-jährigen Ermittlung. Vor allem frage ich mich ernsthaft, was die Staatsanwaltschaft in den 7 Jahren seit Vorlage des Gerichtsgutachtens gemacht hat?!

In der Anklageschrift selbst sind offenbar einige Fehler enthalten. Das dürfte bei falschen Adressen beginnen und endet bei nicht richtigen Personendaten. Auch hier darf gefragt werden, ob die lange Zeit für den Staatsanwalt Alexander Marchart nicht ausgereicht hat, um zumindest eine formal fehlerfreie Anklageschrift auszuarbeiten.

Wie es weitergeht? Nun, ich will da nur für mich sprechen. Zunächst warte ich auf die Zustellung der Anklageschrift und werde diese wahrscheinlich unter Berufung auf § 212 Z 1 StPO beeinspruchen. In der Zwischenzeit werde ich an meinem Buch über die „Akte YLine“ weiterarbeiten und eben an dieser Webseite.

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Gericht, Staatsanwaltschaft

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