Im Zuge meiner morgendlichen Kontemplation ist mir eingefallen, dass ich im Buch unbedingt ein oder zwei Kapitel für schräge Typen und komische Vögel reservieren muss. Damals wollte sich jeder eine Scheibe von YLine und Böhm abschneiden – heute habe ich leider von beiden etwas zu viel.

Zu den schrägeren Vögeln zählen definitiv Christian Skrein-Bumbala, Klaus Küng und natürlich Dr. Oliver Ginthör. Letzterer ist Steuerberater in Wien, Präsident der österreichischen Steuerzahler und zudem Mitglied bei Opus Dei. Ich halte ihn, höflich formuliert, für ein großes Schlitzohr. Er wollte mir mit Hilfe des Investmentbankers Klaus Küng (damals Analyst meiner Investmentbank ICE Securities bei welcher auch mein Aufsichtsrat Gerhard Auer werkte) eine Beteiligung an einer Online-Steuerberatung verkaufen. Das hat sich toll angehört und wurde seitens der ICE Securities bzw. deren Analyst Klaus Küng auch gefällig und mit hoher Bewertung präsentiert. Dabei dürfte Ginthör den (meinen) Investmentbanker Klaus Küng allerdings um ein Gefälligkeitsgutachten ersucht haben. Offenbar getrieben durch den Opus Dei-Spirit hat Klaus Küng mir das spät aber doch mit Reue gebeichtet. Ich habe Ginthör daraufhin im Beisein einer Juristin zur Rede gestellt und wurde prompt von ihm wegen übler Nachrede angezeigt. Leider hat Klaus Küng aber im Zuge des Verfahrens klein beigegeben, meine Anwälte und das Verfahren bezahlt und zog gemeinsam mit Ginthör von dannen. Das ist im Detail eine noch interessantere Geschichte und ein Stück weit Sittenbild der Wiener Steuerberater- und Investmentszene.

Fast noch interessanter ist allerdings jene des Salzburgers Christian Skrein-Bumbala. Ein kleiner Mann mit großem Auftritt. Eigentlich ist er ja Künstler bzw. Fotograf und noch eigentlicher Netzwerker und Plauderer (hier ein Artikel im Wirtschaftsblatt und hier der Lebenslauf). Skrein-Bumbala wollte damals auch groß in das Internet-Geschäft einsteigen und zwar in das Online-Banking. Er gründete in Irland die Proofit AG und wollte mit der YLine von Österreich aus die Bankenwelt erobern. Zu diesem Zweck wurde ich regelmäßig in das Sacher bestellt und dabei durch diverse potemkinsche Dörfer geführt. Allerdings verfügte Skrein-Bumbala tatsächlich über ein funktionierendes Netzwerk und „gute Freunde“. Letztlich haben wir uns auf eine Partnerschaft eingelassen, die sowohl meinen Kollegen wie auch mir viel Ärger einbrachte. Der ehemalige Vorstand jenes gemeinsamen Unternehmens singt heute noch schrecklich klingende Lieder über Skrein-Bumbala aber davon an anderer Stelle mehr.

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  1. […] Umgebung. Ich habe vor ein paar Wochen bereits die Notizen zu Oliver Ginthör gemacht (siehe Notizen um Opus Dei und die Welt). Mit dem Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Oliver Ginthör hatte die YLine ein gemeinsames […]

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Kategorie

Investmentbanker, Wirtschaftsprüfer

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