Erheblich zur Kriminalisierung der YLine hat eine mir unbekannte Spinola Privatstiftung beigetragen. Nach den Problemen mit IBM und dem Zusammenbruch von YLine haben die halbe österreichische Politik und hysterische Journalisten bei uns nach Leichen und Millionen von Karl-Heinz Grasser und der FPÖ gesucht. Bekanntlich war die Familie Grasser an unserer FirstInEx AG beteiligt. Über mein diesbezügliches Erlebnis mit dem Banker Robert Schimanko habe ich schon Notizen verfasst (siehe hier).

Irgendwann tauchten im Laufe der Ermittlungen eine Spinola Privatstiftung und eine Jura Trust AG auf. Letztere ist auch in der Causa Libro aufgetaucht und daher frohlockten Politiker wie Peter Pilz im Chor mit den Journalisten um die Wette. Man hätte endlich, möglicherweise, fast sicher die Millionen von Grasser und der FPÖ in der YLine gefunden. Hier nur zwei von vielen Zeitungsausschnitten:

Bericht aus dem Jahr 2004 aus der ORF Futurezone

Bericht aus dem Jahr 2004 aus der ORF Futurezone

Der Standard über die Libor-YLine-Connection

Der Standard über die Libro-YLine-Connection

Prompt erhielt ich einen Anruf von Peter Pilz, der sich unbedingt und sofort mit mir treffen wollte. Ich war zu diesem Zeitpunkt – Anfang März 2004 –  noch nicht ein einziges Mal einvernommen worden und das Gutachten bzw. die Ermittlungen waren mir nicht bekannt. Dafür aber natürlich sofort den Medien. Soviel zur „Unschuldsvermutung“ in diesem Land. Gipfel der Dreistigkeit war dann in der ORF Futurezone die Bemerkung, dass ich zwar noch nicht einvernommen worden war aber eine Anklage bald kommen könnte…

Ich traf mich mit Pilz auf ein oder zwei Bier im Cafe Stein und erzählte ihm, was ich wusste – nämlich nichts. Auf das Bier wurde ich trotzdem eingeladen und medial hat Pilz die YLine und mich dann trotzdem kriminalisiert. Das ist Politik, wie er mir erklärte. Wie wir wissen, hat sich der medial angekündigte und vermutete Skandal dann in ein Lüftchen verflüchtet allerdings wieder einmal etwas Kriminalität in die YLine gebracht. Natürlich galt die Unschuldsvermutung.

Rund ein Jahr später erhielt ich dann auch das Gutachten und konnte nachlesen, was passiert war. Offensichtlich, so die Vermutung des Gutachters Keppert, hatte mein damaliger Aufsichtsrat Ernst Hofmann die Gesellschaftsanteile der von der YLine über einen Anteilstausch erworbenen Webline GmbH kurz vor dem Kauf durch die YLine über eine Treuhandkonstruktion günstig erworben. Damit, so der Gutachter, hätte Ernst Hofmann bzw. die Spinola Privatstiftung 1,5 Millionen Euro Gewinn gemacht (hier der Auszug aus dem Gutachten). Auf diesen Weg – über zwischengeschaltene Aufkäufer aus den eigenen Reihen – hätten die Organe der YLine Millionen gemacht. So die mediale Schlussfolgerungen, die sich auf „gut informierte Kreise“ aus den Reihen der Ermittler beriefen.

Die damals von der YLine an Herrn Josef Pfleger im Gegenzug für seine Gesellschaftsanteile überwiesenen YLine-Aktien wurden von diesem sofort auf ein Depot der Spinola Stiftung übertragen deren Begünstigter und Verfügungsberechtiger am Konto Ernst Hofmann gewesen wäre. Gründer der Spinola Stiftung wäre die Jura Trust aus Liechtenstein gewesen. Jene Jura Trust, die auch Rhettberg als Treuhänder verwendet hatte. Ich habe gelesen und gestaunt! Keine Libro-Connection, kein YLine-Coup, keine Millionen an Grasser und FPÖ, glatte Fehlanzeige. Das haben die Journalisten dann aber nicht mehr geschrieben.

Wie gesagt, das waren die Vermutungen des Gutachters, die es wegen der zugegeben schiefen Optik teilweise auch in die Anklage geschafft haben. Ich werde mich zu diesem Thema im Rahmen des Buches ausführlicher äußern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

Kategorie

Presse

Schlagwörter

, , ,