KR Friedrich Scheck

KR Friedrich Scheck

Wer in den letzten Tagen die Causa Immofinanz verfolgt hat (siehe hier), der entdeckt einige Berührungspunkte mit YLine. Da wäre zum Einen diese wirklich spannende Geschichte um die von der Staatsanwaltschafte behauptete persönliche Bereicherung von Organen durch Aktientransaktionen und zum Anderen ein gemeinsamer Gutachter Keppert, der diesmal aber auf Seiten der Angeklagten tätig ist.

Insofern könnte gestern abends dieses Gespräch bei einem Heurigen in Grinzing durchaus so stattgefunden haben.

„Hallo Karli, wie geht’s dir?“

„Ach Fritz! Bescheiden, weißt eh, dieses Verfahren ist die Hölle. Die Richterin will es unbedingt genau wissen, wie das so war mit meinen Optionen und meinen Aktien. Und sie ist halt gar so penibel bei diesen Unterlagen. Nur weil da ein bisserl was anders drinnen steht, als dann g’macht worden ist oder ein bisserl rückdatiert war. Schimpft die mich doch glatt schlampig und fragt mich, ob ich denn kein Unrechtsbewusstsein hätte! Das war hart!“

„Das kann ich verstehen. Mir könnt‘ das so ähnlich gehen. Ich hab‘ da ja auch diese G’schicht mit den Aktien. Da hab‘ ich mich in einen Wirbel hineingeredet und geschrieben. Aber ich hab‘ jetzt einmal Einspruch gegen die Anklage erhoben. Weil im Gegensatz zu dir war ich ja nicht wirklich dabei, weißt! Der liebe Thomas (K). wird mir das schon richten, hoffentlich.“

„Ja, das ist ein brauchbarer Bursche. Wie der formulieren kann, das und das Gegenteil davon, und das genauso überzeugend, Wahnsinn. Den hätt‘ ich damals gebraucht und nicht diesen Steuerberater aus Oberösterreich. Dann wäre vielleicht alles anders gekommen. Sag, Fritz, wie war das bei deinen Aktien?“

„Naja, ich hab halt ein paar Firmen z’ammen kauft, ein tolles Mascherl drüber bunden und dann gegen Aktien eintauscht. War ein Glücksfall … für den Anderen. Und dann, ja dann, habe ich mir noch Aktien ausgeliehen … oder doch nicht … so genau weiß ich das nicht mehr … da gibt es ein paar so blöde Schriftln … die widersprechen sich halt … und dann hab‘ ich da leider schon so an Prozess wegen dieser Aktienleihe verloren … Du, so genau weiß ich das jetzt nicht mehr … und soooviel Geld war das auch wieder nicht!“

„Na, der Thomas wird dir das schon machen!“

„Hoffentlich! Du, was hat die Richterin da mit Unrechtsbewusstsein gemeint?“

Das Gespräch ist reine Fiktion und nur eine Collage von Aussagen, die so oder so ähnlich tatsächlich getätigt wurden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig.

Fakt hingegen ist, dass Friedrich Scheck die YLine, mich persönlich und meine Stiftung mit seinen Aktientransaktionen tatsächlich „beschissen“ hat. Zwar behauptet er immer wieder das Gegenteil, nur das stimmt, wie so Vieles bei Friedrich Scheck leider nicht. Den Beweis darf ich liefern.

Hier ist das Urteil in einer von meiner Stiftung eingebrachten Klage gegen Friedrich Scheck und Georg Plochberger aus dem Jahr 2003 (Link zum Urteil). Ich empfehle das Urteil auch als Beispiel für ein Sittenbild jener Jahre. Die beiden Aufsichtsräte der YLine wurden geklagt, weil sie von meiner Stiftung im Jänner 2001 80.000 YLine-Aktien in Form einer Aktienleihe als Sicherstellung für einen Kredit erhielten. Den Kredit brauchte Scheck, weil er unbedingt kurz vor dem Börsengang der Blue Bull deren Aktien haben wollte. In der Folge haben Friedrich Scheck und Georg Plochberger weder die vereinbarte Leihgebühr entrichtet, noch die Aktien rückgestellt. Sie wurden daher von meiner Stiftung auf Zahlung der Leihgebühr geklagt und die Klage wurde gewonnen. Damals hatten wir den FMA-Bericht noch nicht und konnten daher auch nicht ahnen, dass Scheck und Plochberger tatsächlich alle YLine- und Blue-Bull-Aktien verkauft und uns sowie das Gericht nach Strich und Faden belogen hatten. Sie hatten mit den YLine-Aktien große Kasse gemacht, sich aber mittellos dargestellt! Die Beiden haben in Summe damit unglaubliche 273.000 YLine-Aktien verkauft und alle Anderen blöd sterben lassen!

Eine weitere Klage über mehrere hunderttausend Euro hinsichtlich des Schadens, welcher der Stiftung durch die Nichtrückstellung und vereinbarungswidrige Verwertung der Stiftungsaktien entstanden ist, wurde damals zurückgestellt, weil wir auf das Strafverfahren warten wollten. Es konnte kein Mensch ahnen, dass das noch bis 2012 dauern würde. Die Klage wird jetzt nochmals mit den neuen Daten eingebracht. Die gute Nachricht für mich ist, dass eine Wertpapierleihe ein Sachdarlehen darstellt und somit eine Forderung, die erst nach 30 Jahren verjährt.

Insofern trifft sich die Anklage aus dieser Sicht für uns sehr gut.

Join the conversation! 2 Comments

  1. Fritzi Scheck wie er leibt und lebt… absolut herrlich, habe mich köstlich amüsiert.

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  2. […] zahlen, dass Ihnen meine Stiftung 80.000 YLine-Aktien für eine Kreditgesicherung gegeben hatte (hier meine Notizen). Damals waren die Aktien € 3,5 Millionen Euro wert. Trotz expliziter Vereinbarung und trotz […]

    Antwort

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About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

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