E-Mail von Walter Fuchs, IBM Manager, an den Vorstand der YLine

E-Mail von Walter Fuchs, IBM Manager, an den Vorstand der YLine

IBM wird nicht gerne auf YLine angesprochen und weist die diesbezügliche Partnerschaft gerne weit von sich. Ich habe heute, rechtzeitig vor dem Wochenende, ein paar vergessene Unterlagen ausgehoben, die auch jedem nicht mit der Sache Befassten zeigt, wie tief IBM bei uns involviert war und dass YLine für IBM ein weltweites Referenzmodell war. Oben seht ihr ein E-Mail von Walter Fuchs aus dem Dezember 1999 an den Vorstand der YLine. Er war damals zuständiger IBM-Manager. Wir waren damals, wie unter Kollegen üblich, per Du. Er präsentierte dabei ein bereits mit den Wirtschaftsprüfern der IBM konzipiertes Modell für die ersten 5.000 PCs und die Ankündigung einer aggressiven Bepreisung der weiteren 30.000 PCs. Auch das Aufsetzen des Internet Services Providers – basierend auf dem am 30. September 1999 abgeschlossenen Document of Understanding – wird von Fuchs schon angekündigt. Fuchs und IBM hatten die Fäden in der Hand.

Das IBM Internet-PC-Projekt #2

Das IBM Internet-PC-Projekt #2

IBM hat dann auf Basis des YLine-Modells mit den Internet-PCs gleich auch in der US-Zentrale eine noch größere Ausgabe des Projektes mit der französischen Avenir Telecom aufgesetzt. Dabei waren es gleich 80.000 PCs, die mit einem „Modell YLine“ gemeinsam mit IBM an den Kunden gebracht werden sollten. Und das Projekt war noch aggressiver, weil Avenir auf die Verrechnung von Online-Minuten verzichtete. YLine war damals für IBM ein wichtiger Entwicklungspartner, diente über weite Strecken als „Labor“ und als Referenzprojekt im Internet, wie z.B. auch bei den Linux-Großrechnern.

Die Partnerschaft mit IBM, die damit verbundenen Chancen und Risiken und auch das Geschäftsmodell des ISP haben wir dann in den Kapitalmarktprospekten für die Aktionäre ausführlich beschrieben. Dabei haben wir auch Details wie beispielsweise das einzurichtende Treuhandkonto mit ATS 50 Millionen bzw. die Abtretung der Forderungen dargelegt (Hier ein Ausschnitt aus dem Kapitalmarktprospekt vom Juli 2000). Insofern haben wir die Aktionäre komplett transparent informiert und nichts verschwiegen. Wir haben explizit darauf aufmerksam gemacht, dass es auf Grund der fehlenden Erfahrung Probleme geben und es komplett schief gehen könnte!

Zuletzt sei noch erwähnt, dass wir uns damals sogar der Anwaltskanzlei von IBM bedient haben – Sattler & Schanda. Diese hat für uns die meisten Angelegenheiten betreffend Urheber-, Marken- und Wettbewerbsrecht abgewickelt. Hier beispielsweise die Markenanmeldung Blue Bull im Juli 2001 durch Sattler & Schanda, also kurz vor Ausbruch der Rechtsstreitereien, bei welcher IBM durch eben diese Kanzlei vertreten wurde. Auch hinsichtlich der Rechtsanwälte waren wir so etwas wie eine Abteilung von IBM.

Ich denke, dass es wirklich ersichtlich ist, dass es ohne IBM die YLine in ihrer damaligen Form nicht gegeben hätte. Ohne IBM wäre es nie zu dem PC-Projekt gekommen und auch zu vielen anderen Projekten nicht.

Join the conversation! 2 Comments

  1. […] bezogen auf … —IBM, IBM und nochmals IBM IBM wird nicht gerne auf YLine angesprochen und weist die diesbezügliche Partnerschaft gerne weit […]

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  2. […] IBM haben aber dann wollten sie alle meine Wünsche  betreffend PC-Projekt sofort umsetzen (siehe auch diesen Beitrag). Die Namen der handelnden Personen – also Filialleiter, Kreditvorstand, Generaldirektor und […]

    Antwort

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