Liebe Leute, woher soll ich das wissen?! Was stellt ihr mir denn für Fragen? Ich weiß ja nicht einmal, warum er mir das unaufgefordert erzählt! Naja, sicher, normalerweise ist das eher ein „Lugner-Approach“ aber es gibt sicher gute Gründe, sich die Haare zu färben, wenn man auf die Sechzig zugeht. Nur, ICH kenne diese Gründe nicht. Also fragt mich bitte nicht mehr. ICH kann auf diese Frage ebensowenig eine Antwort geben, wie auf jene, warum Mike Lielacher am 15. September 2001 ein E-Mail an meinen damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst Hofmann schreibt, wo er „gesteht“, dass er gar nicht daran denkt, die offenen und längst fälligen Verbindlichkeiten von € 3 Millionen an die YLine zu zahlen (hier ist der Auszug aus dem Gutachten als PDF). Tipp: dieses E-Mail ist wirklich spannend und ich fasse „echt Fett“ aus!

Genauso wenig wie die Haarfärberei von Lielacher kann ich verstehen, warum damals Ernst Hofmann nicht reagiert und auf seine Sorgfalts- und Treueverpflichtung nach § 99 AktG glatt vergessen hat. Offenbar hat er mit Friedrich Scheck und Mike Lielacher bereits „im Frühsommer“ 2001 längst eine „Aufteilung“ der YLine beschlossen und auch, die YLine den Bach hinuntergehen zu lassen. Das ist jetzt keine Verschwörungstheorie eines vergrämten Vorstandes, sondern lediglich eine authentische Interpretation dieses E-Mails. Hier ein Ausschnitt für die Ungläubigen – der ich auch einer bin:

E-Mail von Mike Lielacher an Ernst Hofmann und Friedrich Scheck

E-Mail von Mike Lielacher an Ernst Hofmann und Friedrich Scheck

Fakt ist, dass sich Lielacher nach dem Konkurs tatsächlich seine Blue Bull Aktien um praktisch Nichts aus der YLine-Masse herausgeholt hat ohne die fälligen € 3 Millionen an die YLine zu zahlen.

Ok, ich könnte mich in diesem Zusammenhang jetzt natürlich weiters fragen, warum Ernst Hofmann im Mai 2001, also „im Frühsommer“ diesen Jahres, aus den von ihm als Aufsichtsrat begünstigt erworbenen Managementaktien entgegen der ihm auferlegten Lock-Up-Bestimmungen 20.000 Stück an Mike Lielacher verkauft hat. Diese Aktien waren nur für die Organe der YLine und hatten daher einen begünstigten Kurs sowie ein Lock-Up. Ok, Hofmann hat das nicht gestört, was ist denn ein Lock-Up? Wir waren ja nur eine börsennotierte Firma (hier ist der Auszug aus dem Gutachten über diese Transaktion). Der angenehme Nebeneffekt war, dass Mike Lielacher die Aktien natürlich sofort verkauft und damit binnen Tagesfrist (!) einen Gewinn von knapp € 160.000 gemacht hat. Lock Up? Was solls, das schert doch niemanden, oder? Vielleicht die Aktionäre der YLine? Die kennt ja niemand persönlich, wie Friedrich Scheck argumentiert!

Ernst Hofmann verkauft gesperrte Managementaktien an Mike Lielacher

Ernst Hofmann verkauft gesperrte Managementaktien an Mike Lielacher

Warum ich euch das erzähle? Euch mit gefärbten Haaren, absichtlich nicht gezahlten Schulden, konspirativen E-Mails und Verstößen meiner Aufsichtsräte langweile? Nun, so genau weiß ich das auch nicht aber ich denke, ich denke, dass das etwas damit zu tun hat, dass ich es satt habe, zu versuchen, Fragen, die ich nicht beantworten kann, zu beantworten. Und sie werden mir laufend gestellt.

Das sind die Fakten die vorliegen. Ich muss mich dafür rechtfertigen und natürlich bin ich sauer. In erster Linie auf mich, weil ich das offenbar nicht verhindern konnte. Ob ich ein Recht habe, sauer zu sein oder nicht, das könnt ihr jetzt anhand der Unterlagen selbst beurteilen. Aber bitte, bitte fragt mich  nicht mehr nach Lielachers Haaren! Sympathisch ist er trotzdem …

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