Hannes Androsch zum Thema YLine

Hannes Androsch

Eigentlich wollte ich das Wochenende über nichts schreiben aber beim Laufen ist mir eine Geschichte eingefallen, die thematisch gerade passt und auch wirklich kurz ist. Anfang 2005 hat mich Hannes Androsch – der ehemalige Finanzminister und nunmehrige Industrielle, hier seine Homepage – zu einem Gespräch zu sich in sein Büro im Opernringhof eingeladen. Thema war Ernst Hofmann. Er wollte bei Kaffee ohne Kuchen über meinen ehemaligen Aufsichtsrat reden. Androsch war bei Hofmanns HTP Plastics eingestiegen und befand sich seit 2004 in einem „Mörderclinch“ mit Hofmann (siehe APA-Meldung).

Bei diesem interessanten Plausch – für mich war Androsch während meiner Studienzeit einer meiner „jugendlichen Helden“ – konnte ich einen kleinen Einblick über das Wirken von Ernst Hofman bei HPT Plastics gewinnen. Offenbar hatte Hofmann den alten Androsch mit seinen Machenschaften persönlich beleidigt.

Wissen Sie, Herr Böhm, Leute wie Ernst Hofmann gehören aus wirtschaftshygienischen Gründen aus dem Wirtschaftsleben entfernt“ erklärte mir Androsch und diesen Job werde er erledigen. Das sagte einer, der nun wohl wirklich mit allen Wassern gewaschen ist und sicher nicht besonders kleinlich im Hinblick auf moralische Fragen. Hofmann wird wahrscheinlich im „YLine-GangNam-Style“ agiert haben. Ob ich ihm dabei helfen könne, erkundigte sich Androsch? Nun, ich habe ihm erzählt, was ich über Hofmann in Verbindung mit der YLine wusste und ihm den FMA-Bericht und das Gutachten zum Thema Ernst Hofmann gegeben. Per E-Mail erhielt ich kurze Zeit später ein Dankeschön.

Ob das etwas bewirkt hat, das weiß ich nicht. Ich weiß jedenfalls aber, dass Hofmann in der Folge den Niedergang seines Firmenimperiums erleben musste und die Pfändung auf das Existenzminimum. Er musste aus dem Wirtschaftsleben ausscheiden (hier ist ein Presse-Bericht dazu). Ich meine, über die Vermögenslage von Ernst Hofmann mache ich mir – auch nach dem jüngsten Profil-Bericht – wirklich überhaupt keine Sorgen. Er geht nach wie vor Golfspielen und macht seine Geschäfte, anders halt, inoffiziell, weil „aus wirtschaftshygienischen Gründen“ ist ihm der Zugang zum offiziellen Teil der Wirtschaft versagt. Der nicht gerade als „günstig“ eingestufte Anwalt „Soyer“ wird ihm von Freunden finanziert, sagt er.

Ach ja, zum Thema YLine meinte Androsch damals unter anderem, dass die Staatsanwaltschaft in diesem Land ein Wahnsinn ist. Nicht nur einmal hätte er es erlebt, dass sich die Staatsanwaltschaft bei Bedarf „anonyme Anzeige“ selber schreiben würde, damit sie ermitteln kann. Es wäre hierzulande Vieles Willkür. Nun, dem kann ich folgen, und ihr auch, nehme ich an?

Join the conversation! 2 Comments

  1. sitze hier wie jedes Jahr für meinen 4-monatigen Winterschlaf in Thailand ich habe diese Rechtsunsicherheit und Willkür kennen gelernt und sehe dass ich gar nicht soweit fliegen müsste um den gleichen rechtsunsicherheitsstatus zu erleben – nur eben hier in Thailand ist das Wetter viel besser;-)

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  2. […] bezogen auf … —Mein Gespräch mit Hannes Androsch Eigentlich wollte ich das Wochenende über nichts schreiben aber beim Laufen ist mir eine […]

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About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

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Unternehmer

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