Ein interessanter erster Tag bei der Telekom, den ich natürlich wegen des für die YLine hoch relevanten Aktien-Themas gespannt verfolgt habe. Es ist der erste größere Börsen-Prozess in Österreich, die YLine kommt erst Ende des Jahres (hoffentlich). Zunächst habe ich den Eindruck, dass sich die Staatsanwaltschaft tatsächlich für das Thema „Börse und Aktien“ interessiert. Soweit man das über die Medien verfolgen konnte bzw. was ich als Feedback von einer kundigen Teilnehmerin erhielt, war der Staatsanwalt sattelfest. Das ist durchaus beruhigend, denn bisher war das eher nicht der Fall.

Interessant fand ich Fischers Verteidigung, dass es gar keinen Vertrag „zur Beeinflussung“ mit der Euro Invest Bank AG gegeben hätte, sondern diese bzw. Johann Wanovits auf eigenes Risiko gehandelt hätten. Als ‚Dankeschön‘ wären ihnen lediglich Gegengeschäfte zugestanden. Grundsätzlich angesichts der Beweislast keine offensichtlich blöde Argumentation denke ich. Da denkt man schon an die nächste Instanz. Dann kann es natürlich keine Untreue im strafrechtlichem Sinn gewesen sein, weil ja auch kein Geld für diese konkrete Kursmanipulation gegeben hätte. Die Euro Invest Bank hätte dann lediglich einen Auftrag der Telekom als Gegenleistung erhalten. Interessante Argumentation, wenn auch eher durchsichtig.

Die 500.000 Euro in Bar (abzüglich der Scheine für die Überbringer Schieszler und Trimmel), die bei der Euro Invest Bank ‚ums Eck‘ beim Naschmarkt an Johann Wanovits übergeben wurden, die wären zwar optisch fragwürdig aber strafrechtlich nicht relevant, sagt der Verteidiger. Vom ‚System Hochegger‘, über das dieses ‚Kuvertgeld‘ gezahlt wurde, hätte Wanovits keine Ahnung gehabt. Wie hat er das verbucht? Ganz schlüssig ist das noch nicht.

Im Hinblick auf die YLine finde ich das Verfahren nach dem ersten Prozesstag sehr beruhigend. Die Staatsanwaltschaft scheint sich in das Börsengeschehen tatsächlich einzuleben und daran auch Freude zu haben. Insofern wird es wohl möglich sein, nachzuweisen, welchen Einfluss der Insiderhandel von Organen und Investmentbankern auf den Kurs und die Finanzierung der YLine gehabt haben. Hier werden wir im Vorfeld mit einem Privatgutachten erklärend nachhelfen.

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