Lieber ehemaliger Kammerpräsident!

Dr. Alfred Brogyányi

Dr. Alfred Brogyányi

Zunächst möchte ich Ihnen meinen Respekt vermitteln. Sie zählen für mich wie Kommerzialrat Friedrich Scheck sicher zur gesellschaftlichen Elite unseres Landes und haben sich um viele Dinge verdienstlich gemacht. Insofern bringe ich meine Punkte selbstredend mit dem Ihrer Person gebotenen Respekt dar und ersuche um entsprechende Maßnahmen.

Ich weiß, dass Sie mittlerweile nicht mehr Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und auch bei Ernst & Young ausgeschieden sind. Im Hinblick auf das aktuelle Verfahren habe ich allerdings einige Fragen, die Sie mir trotz persönlicher Nachfrage bisher nicht beantwortet haben. Insofern versuche ich es auf diesem Weg und ersuche um ein paar Minuten Ihrer geschätzten Zeit.

Hier sind die Fragen:

  1. Bilanzfälschung FirstInEx: Warum haben Sie als der bei Ernst & Young für die YLine zuständiger Risikomanager zugelassen, dass Ihr Mitarbeiter Mag. Peter Laggner bzw. die von diesem geführte Ernst & Young Consulting in der FirstInEx AG unter dem damaligen Vorstand Dieter Jandl Bilanzfälschung betrieben haben? Die FirstInEx hat viel Geld an Ernst & Young Consulting für Dienstleistungen bezahlt. Diese Bilanzfälschung wird nicht von mir, sondern von den zwei Gutachtern Keppert und Biegler in forensischen Aufarbeitungen behauptet und ist mitterlweile schon „offiziell“ festgestellt, hier sind meine Notizen und Informationen dazu. Selbstverständlich fällt dies in letzter Konsequenz wieder auf mich zurück aber auch auf ihren ehemaligen Arbeitgeber Ernst & Young. Die FirstInEx AG war jenes Unternehmen, in dem der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser bzw. sein Vater beteiligt war. Dieses Unternehmen hat auch die berühmte Homepage für Grasser gemacht, die ihm dann auch steuerliche Probleme brachte. Sie haben damals für Karl-Heinz Grasser ein entsprechend entlastendes Steuergutachten angefertigt (siehe Pressebericht hier). Wir werden in Zusammenhang mit der FirstInEx vor Gericht einige Fragen zu beantworten haben und brauchen Ihre Unterstützung! Wie hat sich die behauptete Bilanzfälschung tatsächlich zugetragen? Warum hat mich Ernst & Young über diese Vorkommnisse nicht informiert?

    Karl-Heinz Grasser Homepag-Affäre

    Grasser Homepage-Affäre im Standard

  2. Gründung eNition AG: Warum haben Sie mit dem Ernst & Young-Manager Mag. Peter Laggner gemeinsam mit meiner Schwester Mag. Ursula Böhm, Steuerberaterin, und einigen ehemaligen YLine-Mitarbeitern – darunter Gregor Wagner, Ludwig Cibulka und Matthias König – Anfang 2000 die eNition AG gegründet. Der bei FirstInEx beratende Ernst & Young Consulting-Chef Peter Laggner war damals Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens und Sie sein Stellvertreter (historischen Firmenbuchauszug der eNition finden Sie hier).  Angesichts der prominenten Namen im Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens wird schnell klar das Peter Laggner, der Kopf des Unternehmens war und nicht meine Schwester. Ursula kannte weder Dr. Stefan Prochaska, (prominenter Rechtsanwalt) noch Mag. Helmut Kern (Beyond Consulting) usw.  Am Höhepunkt der New Economy hat sich die eNition AG als direkter Mitbewerber zur YLine positioniert und mit einem Copycat-Ansatz einfach deren Konzepte und Know-How 1:1 kopiert (Marketing-Stichwort die „bessere YLine“ – siehe hier Presseartikel  über Gratis-PC, Aktienplattform etc). Es steht für mich außer Frage, dass damals Informationen aus der FirstInEx und YLine über Ernst & Young Consulting an die eNition AG gelangt sind. Sie waren damals als oberster Risikomanager in der Ernst & Young Wirtschaftsprüfung als auch für die Ernst & Young Consulting zuständig. Ihr Mitarbeiter Peter Laggner hatte über die von ihm geführte Ernst & Young Consulting umfangreiche und lukrative Geschäftsbeziehung mit der FirstInEx AG. Ich bin der Meinung, dass Sie Ernst & Young damit in eine unvereinbare Position und einen Interessenskonflikt gesteuert haben. Sie haben der YLine und auch mir damit geschadet. Wussten Sie, dass ich den Einvernahmen beschuldigt wurde, hinter der eNition AG zu stehen? Das Abenteuer eNition AG ist trotz ihrer aufsichtsrätlichen Teilnahme und Ernst & Young-Expertise komplett schief gegangen und war ein finanzielles Disaster. Wegen der verheerenden Optik mussten wir damals das Unternehmen bestmöglich auffangen und das Tochterunternehmen CUBIT gegen YLine-Aktien herauskaufen. Eine Strafanzeige  von Herrn Ritter (ehemaliger Vorstand der enition – ich kenne den Herrn nicht persönlich) war die Folge! Wie war die Situation damals tatsächlich? Warum hat Ernst & Young mich damals über die bestehenden Intessenskonflikte nicht aufgeklärt? Warum wurden bisher meine Anfragen nicht beantwortet? und vor allem wie kommt es, dass im Gutachen des auch sehr aktiven Kammermitgliedes Dr. Thomas Keppert kein Wort von dieser gesellschaftsrechtlichen Verflechtung angeführt wird?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Die Beantwortung Ihrer Fragen erwarte ich mir in den nächsten Wochen, damit ich mich auf das Verfahren vorbereiten kann. Sie können mich über meine E-Mail-Adresse bzw. telefonisch jederzeit gerne kontaktieren.

Für Rückfragen stehe ich, wie die letzten Jahre auch, jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Böhm

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About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

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