Thomas Keppert unterfertigt AR-Beschluss bei FirstInEx

Thomas Keppert unterfertigt AR-Beschluss bei FirstInEx

Professor Dr. Thomas Keppert ist der vom Gericht bestellte Gutachter im YLine-Verfahren. Als Gutachter muss er unbefangen und objektiv agieren. Die auf dem Gutachten basierende Anklageschrift vom 5. Dezember 2012 klagt unter anderem Aufsichtsräte und Wirtschaftsprüfer als Beitragstäter im Sinne des § 12 StGB an. Sie hätten wissentlich mit ihrer Unterschrift als Aufsichtsrat bzw. Wirtschaftsprüfer zur behaupteten Untreue der Vorstände beigetragen. Der Staatsanwalt muss sich mangels umfassender eigener Ermittlungen – er hat die angeklagte Wirtschaftsprüferin nicht einmal persönlich vernommen – massiv auf den Sachverständigen Keppert verlassen. Wer mag, der kann nachzählen wie oft in der Anklage auf KEPPERT referenziert wird. Vor allem, wenn es darum geht, nachzuweisen, dass das Geschäftsmodell der YLine überhaupt nicht in Ordnung war purzelt der Name Keppert sehr häufig.

Derselbe KEPPERT hat im Jahre 2003 als Aufsichtsrat der FirstInEx – diese wurde auf seine Vermittlung 2001 vom Masseverwalter der YLine an die „Betrugsmaschine“ AMIS verkauft (die Geschichte folgt in Kürze) – einen Beschluss unterschrieben mit welchem der Vorstand der FirstInEx ermächtigt wurde, eine Anleihe über € 5 Millionen an der Wiener Börse zu platzieren (Hier ist der Aufsichtsratsbeschluss und hier Sammelurkunde der Kontrollbank). Soweit so gut, leider war gar nichts gut, denn die AMIS war ein Riesenbetrugsfall und KEPPERT deren Steuerberater. Als solcher beriet er die AMIS und saß eben auch im Aufsichtsrat der FirstInEx (siehe auch hier das Tagebuch des ehemaligen AMIS-Vorstandes oder Protokoll des parlamentarischen Untersuchungsausschusses). Ich werde die Details zu dieser Geschichte noch bringen.

Strafanzeige gegen Thomas Keppert

Anzeige gegen Thomas Keppert

Die Anleihe der FirstInEx war ausschließlich als Betrugsvehikel konzipiert. Schon der Ankauf der FirstInEx durch die AMIS von der YLine wurde mit gestohlenen Kundengeldern durchgeführt und KEPPERT hat im Sinne des § 12 StGB mitgeholfen. Mit der FirstInEx-Anleihe wurden, wie man mittlerweile weiß, Anlegergelder der AMIS veruntreut. Konkret wurde die Anleihe der FirstInEx verbotenerweise mit Kundengeldern der AMIS gezeichnet und damit illegal Geld in die FirstInEx und AMIS zurückgeschleust. Die AMIS hat als Wertpapierdienstleistungsunternehmen Gelder nicht selber halten, sondern eben nur veranlagen dürfen. Also hat man sich halt u.a. mit der FirstInEx-Anleihe kurzerhand ein eigenes Anlagevehikel gebaut. Mit dem illegal umgeleiteten Geld dieser Kleinanleger wurde dann die AMIS und somit u.a. auch die Honorarnoten des aufsichtsrätlichen Steuerberaters KEPPERT finanziert. Die Kanzlei KEPPERT hat auch die Lohnverrechnung für die FirstInEx gemacht, die Kleinanleger der AMIS haben dafür bezahlt. Die Vorstände der AMIS wurden 2007 zu Haftstrafen verurteilt. KEPPERT wurde von diversen Anlegern und Anwälten (siehe Anzeige hier oder Anzeige hier) angezeigt aber die Justiz drückte ein Auge zu. Sogar der damalige Staatsanwalt sah im Steuerberater einen der Schuldigen, es kam aber zu keiner Anklage (hier Bericht aus dem STANDARD):

Staatsanwalt Georg Krakow hat in seinem Schlussplädoyer die „Betrugsmaschinerie“ beim Wertpapierdienstleister AMIS aufgezeigt. „Es wurde den Angeklagten recht leicht gemacht“, kritisierte Krakow am Donnerstag auch das Umfeld, in dem der Betrug stattgefunden haben könne: Mitarbeiter, Franchisenehmer, Depotbanken, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Aufsichtsbehörden, neben der österreichischen Finanzmarktaufsicht auch die luxemburgische Aufsicht, seien hier hervorzuheben, so der Staatsanwalt.

Die Republik Österreich wurde vom OGH zur Schadenersatzleistung an die Kleinanleger verurteilt, weil sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen war. Hätte KEPPERT damals seinen Job als Aufsichtsrat auch nur halbwegs anständig gemacht, dann wären keine Kleinanleger zu Schaden gekommen und die Republik hätte sich viel Geld erspart. Ich denke, dass das Verhalten des Professor Dr. Thomas KEPPERT ein geradezu klassisches Beispiel für einen Beitragstäter nach § 12 StGB ist. Begangen als Aufsichtsrat jener FirstInEx, die jetzt Teil der Anklage ist. Während jener Zeit, im März 2003, als KEPPERT sein Gutachten für das Gericht verfasste. Ist das nicht burlesk? Jedenfalls aber kann KEPPERT nicht Gutachter in diesem Verfahren sein. Er ist befangen und belastet. Bestenfalls gehörte er auf die andere Seite, meine Seite!

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  1. sitze am Pool in hua hin bei frostigen 29 grad und wundere mich einmal mehr darueber welcher Sumpf sich da auftut da ist ja unser schweizer oberabzocker ( vasella) ja direkt harmlos dagegen und korrekt dazu

    Antwort
    • Hallo Peter, bei uns in Österreich gehört der Sumpf zum guten Ton. Das zeigen die massenweisen Anklagen derzeit ja wobei ich bezweifle, ob das den Sumpf trockenlegen wird aber ein Ansatz ist es, lg nach Thailand Werner

      Antwort
  2. gehört der keppler zur rotarierbrut? würde einiges erklären…

    Antwort
  3. […] Thomas Keppert: Eine aufsichtsrätl… Professor Dr. Thomas Keppert ist der vom Gericht bestellte Gutachter im YLine-Verfahren…  Die Euro Invest Bank Cowboys Naja, dann! Dann verstehe ich das auch einigermaßen. Wie kommt ein umtriebiger Investme…  Tutorial über Anklage und Verteidi… Die Zugriffe auf ylinestory steigen nach wie vor. Offenbar bietet die Seite einigen Unt…  […]

    Antwort

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Gutachter, Unternehmen

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