Chris Woodgate und ICE Securities werden von SFA verurteilt

Chris Woodgate und ICE Securities werden von SFA verurteilt

In den letzten Wochen wurde ich immer wieder damit konfrontiert, dass die von mir geschilderten Aktientransaktionen eines Friedrich Scheck oder auch rund um die ICE Securities doch nicht stimmen könnten. Das wären doch alles angesehene Leute und Institutionen, daher wäre meine Darstellung wenig glaubwürdig. Einzig der Umstand, dass ich dann jedesmal auf die Aktenlage und die Fakten verweisen kann, verhilft dann meiner Argumentation zumindest zur Kenntnisnahme. Gegen Fakten lässt sich bekanntlich schwer diskutieren.

Kürzlich habe ich über unsere Investmentbank ICE Securities geschrieben, die uns 1999 in mehreren Private Placements finanzierten und damit sehr günstig an unsere Aktien kamen, die sie teuer weiterverkauften. Diese ICE Securities Ltd in London gehörte ebenso wie die in der Schweiz ansässige ICE Consult GmbH zur ICE Holdings AG. Der Aufsichtsrat der YLine war damals mit den drei von ICE gebrachten Aufsichtsräten besetzt. Wir waren damals fest in der Hand der ICE. Und die ICE wie die ICE-Partner haben hervorragend mit den YLine-Aktien verdient. Soweit und so gut! Dagegen ist prima vista auch gar nichts einzuwenden.SFA verurteilt ICE Securities und Chris Woodgate

Hinsichtlich der damals bei ICE Securities herrschenden Kapitalmarkt-Ethik darf ich darauf verweisen, dass Chris Woodgate und die ICE Securities im Oktober 2001 von der Bankenaufsicht in UK (Securities and Futures Authority – SFA) lebenslang vom englischen Finanzmarkt ausgeschlossen wurden, weil sie in zumindest einem Fall vorsätzlich gegen die Interessen ihrer Kunden verstoßen hatten (hier der Artikel im Daily Telegraph, hier auf BBC und hier der Spruch der SFA, das Protokoll der Geschichte findet ihr hier). Woodgate musste auch eine Millionenstrafe zahlen, die höchste bis dahin jemals von der SFA verhängte Strafe. Dabei verweist die SFA auf den Interessenskonflikt, der entsteht, wenn die Investmentbank selbst als temporärer Käufer von Aktien auftritt, die sie dann teurer weiterverkaufen, wie das auch bei YLine der Fall war. Um nicht im Interesse des Kunden zu agieren genügt es bereits, dass die Investmentbank weiß, dass sie die Aktien höher verkaufen kann oder könnte.

Ich will euch damit nur zeigen, dass das damals eine Zeit war, in welcher offenbar Investmentbanker und Aktionäre wie Friedrich Scheck tatsächlich wenig Hemmschwellen kannten und daher von mir beschriebene Transaktionen so gar nicht die Ausnahme waren. Der eigene Vorteil rangierte meistens vor dem Wohl des Unternehmens oder des Klienten.

Join the conversation! 4 Comments

  1. […] ICE Securities und deren Verständn… In den letzten Wochen wurde ich immer wieder damit konfrontiert, dass die von mir gesch…  Einstellung wegen überlanger Verfa… Stellt euch folgendes Szenario vor: ein Verfahren wegen Untreue und Betrug dauert berei…  Meinung: “Der Gutachter als … Heute morgens habe ich den Link zu diesem gestern in der PRESSE erschienen Beitrag eine…  […]

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  2. […] Hengst. Ständig muss man damit rechnen, dass er erneut ausbricht. Gestern abends habe ich auf Werner Böhms Blog ylinestory wieder etwas erfahren, das meine persönliche Sicht auf die Sitten und Protagonisten der Wiener […]

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  3. […] ← ICE Securities und deren Verständnis von Ethik März 10, 2013 […]

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  4. Da Sie hier schon über die Leute rund um ICE Securities und Josef Blazicek berichten, sollte man hier vielleicht doch das gesamte Bild zeichnen. De jure muss man auf Grund der personellen Ausstattung wie auch der faktischen Tätigkeit als FSA-registrierter Finanzdienstleister jene Ocean Equities Ltd wie auch die Wiener Ocean Consult GmbH als Nachfolge- oder Auffanggesellschaften qualifizieren. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass in der englischen Gesellschaft neben den ehemaligen Partnern der ICE auch ein Herr Jeremy Woodgate als „Head of Trading“ tätig ist. Da Sie die Situation mit Ihren Aktien vergleichbar sehen würde ich empfehlen, die Klage gegen diese Gesellschaften einzureichen bzw. eine Sachverhaltsdarstellung an die SFA bzw. FSA zu machen. Sie sollten sich auch die diversen Börsenforen jener Zeit ansehen, dort werden viele Hintergrundinfos dazu gegeben …

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Investmentbanker

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