Thomas Keppert als Schaverständiger bei Friedrich Schecks ECO Business Immobilien AGLeser dieses Blogs wissen mittlerweile, dass der in Sachen YLine bestellte Gerichtssachverständige Professor Dr. Thomas Keppert aber wirklich so komplett unabhängig ist. Natürlich war er mehrere Jahre lang der Gutachter der vom Beschuldigten und nunmehr Angeklagten (Anklage noch nicht rechtskräftig) Friedrich Scheck gegründeten ECO Business Immobilien AG (siehe hier Berichte). Und natürlich haben Scheck und Keppert dort als „Du“-Geschäftspartner sehr eng zusammengearbeitet. Friedrich Scheck als Geschäftsführer der ECO Management GmbH und Vorstand der börsennotierten ECO Business Immobilien AG hat die Immobilien an- oder verkauft und Thomas Keppert hat die dazu notwendigen Bewertungsgutachten erstellt. Das hat dem „lieben Thomas“ viele hunderttausende Euro an Honorar von Friedrich Scheck und seinen Firmen eingebracht. Aber befangen, nein befangen wäre er nicht, sagt Keppert!

Heute habe ich eine E-Mail eines offenbar mit der Sachlage vertrauten Menschen erhalten, der mir interessante Infos zukommen ließ. Vielen Dank dafür!

Der „liebe Thomas““, also Professor Dr. Thomas Keppert, hat kurz vor dem zwangsweisen Ausscheiden des Friedrich Scheck aus der ECO-Gruppe mit Ende 2009 noch schnell eine Grundstücksgesellschaft günstig kaufen dürfen. Das war die MSU Immobilientreuhand GmbH und diese wurde bis zum 2. Quartal 2009 als Tochterunternehmen der ECO Business Immobilien AG konsolidiert (siehe beispielsweise Geschäftsbericht 2007 wo sowohl die „MSU Immobilientreuhand GmbH“ (S. 24) und Thomas Keppert (S. 43) enthalten sind).Thomas Keppert und Friedrich Scheck in der MSU Immobilientreuhand GmbH

Aus dem historischen Firmenbuchauszug der MSU Immobilientreuhand GmbH geht hervor, dass zunächst einmal Friedrich Scheck als Geschäftsführer tätig war und die ECO Business Immobilien AG wie auch die ECO Management GmbH als Gesellschafter. Im Mai 2009 – Friedrich Scheck war noch Geschäftsführer der ECO Management GmbH und Vorstand der ECO Business Immobilien AG – wurde dann Thomas Keppert zunächst Geschäftsführer unter Friedrich Scheck alleinzeichnungsberechtigter Geschäftsführer (siehe Bild rechts). Alleine diese Konstellation begründet ein Abhängigkeitsverhältnis von einem Beschuldigten, das ein, in einem Strafverfahren gerichtlich bestellter Gutachter nicht eingehen darf. Thomas Keppert wird ein weisungsgebundener Geschäftsführer des Beschuldigten Friedrich Scheck. Skurril, oder? Aber es geht weiter.

Im Juli 2009 übernahm dann die Prof Dr Thomas Keppert Wirtschaftsprüfung GmbH dieses Unternehmen und dieses übersiedelte an die Adresse der Kanzlei Keppert in der Theobaldgasse 19 in 1060 Wien. Der geschätzte Leser will das nicht glauben, weil es eigentlich auch unglaublich ist? Dann bitte den Firmenbuchauszug studieren, hier ist er! Im zweiten Teil erzähle ich euch, wie es sich im Detail mit den Grundstücken verhalten hat.

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  1. […] Thomas Keppert oder wer kennt die … Leser dieses Blogs wissen mittlerweile, dass der in Sachen YLine bestellte Gerichtssach…  ICE Securities: Vergleichbarkeit d… Zwar ist heute Sonntag aber wegen der erhaltenen E-Mails zum gestrigen Beitrag über den…  ICE Securities und deren Verständn… In den letzten Wochen wurde ich immer wieder damit konfrontiert, dass die von mir gesch…  […]

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  2. Also, ich sehe mir die Eintragungen in diesem Blog jetzt schon einige Zeit an und bin über die an den Tag gelegte Naivität mehr als erstaunt. Das, was hier gemacht wird, ist reine Stimmungsmache mit (wahrscheinlich) Halbwahrheiten, die niemanden etwas bringen. Das kann doch keine Verteidigungsstrategie sein – zumindest nicht in Österreich. Ich kann mir nicht vorstellen, das dies ein seriöser Strafverteidiger hierzulande mitträgt. Wenn, dann ist er entweder sehr dumm und unerfahren, oder bestenfalls auf das Geld der Angeklagten aus.
    Auch was Sie betrifft, Herr Böhm: Sie sind längst in der Wirtschaft bekannt als einer, der zwar sehr intelligent ist und auch wirkliche Visionen an den Tag gelegt hat. Aber es wird auch gemunkelt, dass Sie in Wirklichkeit nur eine Menge Leute dabei benutzt haben, um Ihre persönlichen (ethisch sicher nicht sehr sauberen) Ziele zu verfolgen – sprich abzuräumen. Diesmal hat es eben nicht geklappt und jetzt versuchen Sie, als Ertrinkender, alle möglichen Leute anzupatzen.

    Diese Vorgangsweise ist allerdings nicht verständlich, denn sie passt mit Ihrer Intelligenz überhaupt nicht zusammen. Oder Glauben Sie ernsthaft, dass Sie einen Gutachter, der schon in den Instanzen bestätigt wurde, absetzen können?

    Ich habe durch die Yline auch etwas Geld verloren und bin daher auch auf Vorstände und Aufsichtsräte sauer – nicht so sehr, wegen meines (vergleichsweise) wahrscheinlich kleinen Verlustes, sondern deswegen weil o.g. Personen (an erster Stelle sehe ich dabei Sie persönlich) ihr Vermögen in Sicherheit gebracht haben. Aber mein Verlust liegt lange zurück und ich kann das gerade noch verkraften.

    Und, auch wenn ich mir eine gerechte Strafe für Sie und Ihre Kollegen wünsche, erlaube ich mir, Ihnen trotzdem einen ehrlich gemeinten Rat zu geben: Verlassen Sie diese Strategie. Glauben Sie mir: den Gutachter können Sie wegen Befangenheit nicht mehr verhindern. Auch nicht mit Darstellungen über seine Schandtaten. Das wird der Richter keinesfalls in die Beweiswürdigung aufnehmen. Das sind leere Kilometer. Ich gehe davon aus, dass Ihnen das auch Ihr Verteidiger sagen wird. Sie können ihn nur mit echten Gegenbeweisen zur Sache (sprich gegen die Anschuldigungen in seinem Gutachten) zum Wanken bringen. Es ist nämlich vor Gericht völlig egal, was über Keppert außerhalb dieses Falles behauptet wird. Solange die Anschuldigungen im Gutachten nicht absolut glaubwürdig widerlegt werden können, gilt letzteres praktisch als Beweis für die Schuld der Angeklagten. Erfahrungsgemäß kümmern sich die Richter nicht um „Nebenschauplätze“, wie Sie sie hier versuchen, aufzubauen…
    Ich meine es wirklich ehrlich: Wenn Sie ins Gefängnis gehen wollen, dann machen Sie ruhig so weiter. Um Sie Persönlich tut es mir dabei sicher nicht leid. Aber möglicherweise ziehen Sie dabei andere Personen mit, die vielleicht nicht so viel Dreck am Stecken haben und naiv Ihrer sinnlosen Strategie folgen. Ich bin schon gespannt auf den Prozess…

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    • Hallo interessierter Zeitungsleser, zunächst danke für das ausführliche Kommentar. Dieser bestätigt mich entgegen Ihrer Intention in meiner Vorgangsweise. Im Gegensatz zu Ihnen glaube ich nicht, dass es egal ist, was ein Gutachter neben seiner gutachterlichen Tätigkeit mit einem Beschuldigten oder Angeklagten macht. Und ich weigere mich schicksalsergeben der Dinge zu harren. Auch finde ich es erstaunlich, wie locker Ihnen Anschuldigungen gegen mich über die Tastatur gehen. Das ist ihr gutes Recht ebenso wie meines, mich gegen derartige Unterstellungen zu wehren. Im übrigen bemühe ich mich, hier keine Halbwahrheiten zu präsentieren, sondern Fakten wie Firmenbuchauszüge oder Depotauszüge. Vielleicht funktioniert meine „Strategie“ nicht aber zumindest habe ich dann versucht, die Dinge zurechtzurücken. Bisher hat das durchaus gewirkt. Und ja, vielleicht trifft das dann einige andere Personen, die den von Ihnen angezogenen „Dreck am Stecken“ haben. lg Werner Böhm

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      • Na dann… viel Erfolg! Ich werde – wie diesen Blog – auch die Gerichtsverhandlung mit großen Interesse verfolgen… Ich bleibe Ihnen sicher auch dort „treu“… Bin gespannt, welche Strategie sie dort dann wirklich einschlagen werden, um alle anderen zu beschuldigen, um selbst als Unschuldsengel dazustehen…

        Ach ja… wenn ich mit meinen „Anschuldigungen“ zu weit gegangen bin, dann tut mir das leid, obwohl ich eigentlich nur die „allgemeine Meinung“ über Sie zitiert habe… Fakten habe ich natürlich keine, aber auch Sie zeigen nur jene, die Ihnen helfen könnten… Die, die gegen Sie sprechen, lassen Sie einfach weg. Eine weit verbreitete Methode im Sensationsjournalismus, um andere zu manipulieren… Darin scheinen Sie auch eine Menge Talent zu haben, wenn ich mir die Kommentare einiger Leser hier zu Gemüte führe. Offensichtlich gehen Ihnen ja einige auf den Leim – trotz einer Reihe von Widersprüchen in Ihren Artikeln. Man muss sie nur genau lesen…
        Dabei wäre es ganz einfach: warum veröffentlichen Sie nicht einfach die ganze Anklageschrift? Dann können Sie wirklich zu jedem einzelnen Punkt Stellung nehmen…und dann kann sich auch jeder ein Bild machen, oder? Aber nein, dazu sind Sie wahrscheinlich doch zu feige… Andere bis ins die persönliche Privatsphäre anzupatzen ist halt einfacher (siehe Pornokönig, oder die Sexsucht diverser anderer Leute)… Und Sie wollen den „großen Moralapostel“ spielen? Das nimmt gerade Ihnen sicher niemand ab…
        Also weiter so, wird schon funktionieren…

      • Alles klar, ich darf Sie aber auch an dieser Stelle doch korrigieren. Die Anklageschrift ist kein Geheimnis – zumindest nicht aus meiner Sicht. Bereits vor einiger Zeit habe ich mit einem Tutorial begonnen (https://ylinestory.com/2013/02/19/tutorial-uber-anklage-und-verteidigungsansatze/) und will darin letztlich die gesamte Anklage kommentieren. Wenn jemand, wie ich, über 12 Jahre laufend über die Medien mitgeteilt bekommt, was ihm alles droht, wie schlimm er wäre bzw. per Sensationsjounalismus der Prozess bereits gemacht wurde, dann verändert das vielleicht etwas die Perspektiven. Ich habe ein Unternehmen gegründet und muss verantworten, dass dieses in Konkurs gegangen ist. Dazu stehe ich selbstverständlich. Wozu ich nicht stehe ist die damit verbundene Kriminalisierung, die passiert ist. Ich weiß nicht wen ich „manipuliert“ habe, wer mir „auf dem Leim“ gegangen ist oder ob ich zu „feig“ bin bzw. mich als „Unschuldsengel“ darstelle. Auch wenn Ihre Anschuldigungen nur die „allgemeine Meinung“ sein sollten – das ist meines Erachtens genau jener tendenzielle Journalismus, den sie mir faktenlos hier vorwerfen und der in der Wiener Zeitung bzw. im Kurier in diesem Zusammenhang praktiziert wird, wenn Sie verstehen, was ich meine. Aber deswegen gibt es eben diesen Blog, lg Werner Böhm

    • @InteressierterLeser: also ich weiß nichts über die Verteidigungsstrategie von Herrn Böhm und wage auch nicht zu beurteilen, ob diese Seite hier vorteilhaft für ihn ist. Ich bin sehr gespannt, wie das ausgeht. Hier wird gegen übliche Vorgangsweisen verstoßen und damit ist das Ergebnis offen.

      Emotional berührt bin ich vom Tenor Ihrer Aussage „man kann sowieso nichts ändern also lassen Sie das“ oder auch, dass Gutachter machen können, was sie wollen. Genau diese Einstellung hat unsere Justiz in den letzten 20 Jahren dorthin gebracht wo sie jetzt steht und zu dem gemacht, was sie jetzt leider ist – ein Ort der Mauscheleien und Küngeleien. Ebenso unangenehm hat mich ihre Vorverurteilung („man weiß ja“ oder „Man hört ja“ und dergleichen Gemeinplätze) berührt, die genau in dieses Muster passt.

      Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum ein offenbar seit 2002 laufendes Verfahren noch immer nicht abgeschlossen ist. Das ist für die betroffenen Personen schlicht unzumutbar unabhängig davon, wieviel Dreck sie am Stecken haben. Eine zügige Aburteilung ist ein verfassungsmäßiges Grundrecht das mit derartigen Verfahrensdauern mit Füßen getreten wird. Für mich ist diese Cause yline ein Paradebeispiel für den Zustand unserer Justiz und gegen den muss man angehen!!!!

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      • Vielen Dank für den Kommentar, heute ist diesbezüglich offenbar ein fruchtbarer Tag ;). Abgesehen davon, dass ich – wie die übrigen Angeklagten auch – die überlange Verfahrensdauer natürlich als wahnsinnig belastend und juristisch unhaltbar empfinde möchte ich festhalten, dass dieses Blog NICHT meine Verteidigungsstrategie darstellt. Ich möchte hier nur der über 12 Jahre andauernden medialen Darstellung meine Meinung und meine Sicht entgegensetzen. Nicht mehr aber auch nicht weniger. lg Werner Böhm

      • @Walter: Offenbar habe ich mich doch missverständlich artikuliert: Natürlich ist die Justiz in einem furchtbaren Zustand, natürlich darf ein Verfahren nicht so lange dauern und natürlich ist es nicht egal, was und wie ein Gutachter, wie Keppert, arbeitet. Da gebe ich Ihnen und auch Herrn Böhm vollkommen recht. Dagegen anzukämpfen ist auch in Ordnung und vielleicht sogar „edel“. Aber das ist für dieses Verfahren ganz sicher keine gute Strategie. Dafür ist der Zug schlichtweg abgefahren. Wenn Sie den Fall verfolgt haben, werden Sie feststellen, dass schon mehrere Male Einspruch gegen Keppert im Yline Fall erhoben worden ist. Und es wurde jedesmal abgelehnt – soviel ich weiß sogar schon vom OGH. Damit haben sie im derzeitigen Verfahren einfach keine Chance mehr. Deswegen war es wirklich ein gut gemeinter Rat, wenn ich meine, dass es besser ist, gegen die Beschuldigungen im Gutachten anzukämpfen (und zwar rein sachlich, zum Verfahren passend und mit den entsprechenden Beweisen versehen)! In einem Rechtsstaat darf der Richter gar nicht anders vorgehen. Er kann die Behauptungen, die Herr Böhm hier bringt, gar nicht in die Verhandlung mit hineinnehmen. Dazu müsste Keppert erst verurteilt werden. Und das sich das bis zur gegenständlichen Verhandlung nicht mehr ausgehen kann, liegt wohl auf der Hand. Das würde wieder Jahre dauern – wenn überhaupt jemand Untersuchungen gegen Keppert einleiten würde. Deswegen ist jetzt Pragmatismus gefordert, nicht plumpe Naivität. Gegen Keppert kann man separat ankämpfen, wenn man das für sinnvoll hält. Ganz sicher aber nicht als Strategie in diesem Verfahren. Das sind und bleiben leere Kilometer…
        Auch wenn das traurig und vielleicht ausweglos klingt. Aber wenn man was erreichen will, muss man anders vorgehen. Gerade in einem Rechtsstaat…

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