MSU Immobilientreuhand GmbH in der ECO Business Immobilien AGVor ein paar Tagen habe ich  aufgrund eines per E-Mail erhaltenen Hinweises über die gemeinsamen unternehmerischen Aktivitäten des Beschuldigten bzw. noch nicht rechtskräftig angeklagten Friedrich Scheck und des in diesem Strafverfahren vom Gericht als unabhängiger Gutachter bestellten Thomas Keppert berichtet (siehe Notizen hier). Heute darf ich nach neuen Details die Bettdecke über dieser delikaten Transaktion noch etwas mehr lüpfen.

Thomas Keppert hat die MSU Immobilientreuhand GmbH gegen eine Zahlung von € 85.000 von der ECO Business Immobilien AG erworben. Die von Friedrich Scheck als Vorstand geführte Verkäuferin ECO Business Immobilien AG hat bei dieser Transaktion nach eigenen Angaben einen Verlust von € 381.000 erzielt. Spiegelbildlich hat Thomas Keppert einen Buchgewinn in dieser Höhe erzielt. Nett, oder?

Herr Professor Dr. Thomas Keppert hat mit der MSU Immobilientreuhand GmbH von der börsennotierten ECO Business Immobilien AG Immobilien mit einem Zeitwert von € 2,449 Millionen erworben (siehe Bild links oben). Nach Abzug der Verbindlichkeiten in der Höhe von € 2,065 Millionen war ein rechnerisch zu zahlender Differenzbetrag von € 464.000 verblieben. Bezahlt hat Thomas Keppert die bereits erwähnten € 85.000! Den Verlust mussten die Aktionäre der ECO Business Immobilien AG schlucken. Details dieser Transaktion finden sich u.a. im Geschäftsbericht der ECO Business Immobilien AG 2009 (siehe hier).

Das ist aber erst die halbe Sicht dieser interessanten Transaktion. Herr Professor Dr. Thomas Keppert war zu diesem Zeitpunkt nicht nur der Gerichtsgutachter in der Causa YLine, sondern auch „unabhängiger“ Immobiliengutachter der ECO Business Immobilien AG (siehe Ausschnitt aus Geschäftsbericht 2009 unten). Thomas Keppert war in dieser Sache also gleich zweifach befangen: einmal aus seiner Rolle als „unabhängiger“ Gerichtsgutachter in der Sache YLine, wo der ECO-Vorstand Friedrich Scheck als Beschuldigter geführt wurde und einmal als „unabhängiger“ Immobiliengutachter für die ECO Business Immobilien AG, der auch im Sinne der Aktionäre sicherstellen sollte, dass die an- und verkauften Immobilien korrekt bewertet wurden. Und als „zweifach unabhängiger“ Gutachter erwirbt er möglicherweise von ihm selbst bewertete Immobilien mit einem beträchtlichen Buchgewinn. Schon als „unabhängiger“ Immobiliengutachter hätte er diese Transaktion nicht ohne weiteres tätigen dürfen. Der finanzielle Vorteil, den ihm Friedrich Scheck als Vorstand der ECO Business Immobilien AG damit zukommen ließ, verbietet es darüber hinaus, dass Keppert als Gutachter im YLine-Verfahren tätig ist. Wieviel ist ein Freispruch wert?

Die Aktionäre der ECO Business Immobilien werden ihm seine Unabhängigkeit danken. Weitere Details zur Transkation folgen in Teil 3 sobald wir die nächsten Informationen von unserem geschätzten Informanten erhalten.

Thomas Keppert als Immobiliengutachter in der ECO Business Immobilien AG

Thomas Keppert als Immobiliengutachter in der ECO Business Immobilien AG

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  1. […] eines Friedrich Scheck (Beitrag hier) oder die Befangenheit des Gutachters Thomas Keppert (Beitrag hier)  hat dieser Blog Bewusstsein geschaffen, neue Informationen und manche Leute zum Nachdenken […]

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  2. […] beeinflusst haben (siehe auch die diversen, gut dokumentierten Berichte auf der Seite “Die Akte YLine“. Es sei daher auch nicht weiter verwunderlich, wird von Experten rund um das Strafverfahren […]

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  3. […] Dabei dürften wir uns um die weitere Berichterstattung wohl keine Sorgen machen müssen. Wie man aus gewöhnlich gut unterrichteten Quellen hört, soll sich bei Friedrich Scheck zu der gegenwärtigen Anzeige wegen Untreue und Bilanzfälschung auch eine wegen Bestechung und Korruption hinzugesellen. Scheck ist eben kein unbeschriebenes Blatt. Gegen ihn wurde in der Causa Yline Anklage wegen Insiderhandel und schweren gewerbsmäßigen Betrug in Verbindung mit seinen Aktientransaktionen und der Schädigung von Kleinaktionären bei der Yline erhoben (siehe hier einen Bericht auf der Dokumentationsseite zur Causa). Offenbar soll Scheck den vom Gericht in der Causa Yline bestellten Gutachter über die ECO Business Immobilien Services AG bzw. die ECO Management GmbH bestochen haben. Als Vorstand bzw. Geschäftsführer der genannten Firmen hätte er dem Wiener Gutachter Thomas Keppert Aufträge zukommen lassen bzw. kurz vor seinem unrühmlichen Abgang auch noch eine Immobilie zukommen lassen und die ECO geschädigt (siehe Berichte auf der Yline-Dokumentationsseite hier). […]

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  4. […] Nach zwöf Jahren Verfahrensdauer kann man durchaus schon von Tradition sprechen – und traditionell kommen die verfahrensrelevanten Botschaften gerne im Dezember, rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Im Dezember 2012 erreichte uns die Anklage, die dann von einigen Empfängern beeinsprucht wurde, und jetzt im Dezember 2013 erreicht die Beeinsprucher die Entscheidung des OLG. Dieses gibt wegen Verjährung dem Einspruch bei einigen Krida-Vergehen statt aber im wesentlichen wird die Anklage mit vielfachen Verweisen auf die Gutachten des Dr. Thomas Keppert bestätigt. Wir können uns damit – endlich – im Jahr 2014 auf eine Hauptverhandlung einstellen. Ein Recht auf das wir bereits viel zu lange warten. Derzeit stellt man sich unter den Rechtsvertretern die Frage, wie mit dem heiklen Thema des Gutachers Keppert umgegangen werden soll. Keppert hat sich von Scheck ja durchaus nette Bescherungen machen lassen und ihm damit noch größere Probleme vom Hals gehalten (siehe Notizen hier). […]

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