Man werde nach mehr als 20 Jahren Dienst bei einem internationalen Konzern Generaldirektor der österreichischen Landesorganisation ebendieses Konzerns und wechsle dann auf Anregung eines ranghöheren Managers (Finanzchef der Europa-Organisation) des Konzerns zu einem dem Konzern partnerschaftlich verbundenen Internetstartup, das zum Zeitpunkt des Wechsels gemessen am Umsatz wohl der größte Kunde des internationalen Konzerns in Österreich ist. Um den Wechselschmerz zu lindern, verlange man einen Signingbonus von 14 Millionen Schilling und ein monatliches Bruttoengelt von  423.667,- Schilling (Gehaltszettel Pridt).

In der Folge geht das Startup – aufgrund der Fälligstellung der Forderungen des Konzerns  – in Konkurs.  Dann muss man als ehemaliger Vorstand in Zivilprozessen und Einvernahmen erklären, was man denn für das Startup gemacht habe, um ein monatliches Bruttogehalt von ATS 423.667,- und einen Signingbonus von 14 Millionen Schilling zu rechtfertigen. Anmerkung: Die Zusammenarbeit mit der IBM ist einer der Kernpunkte der Anklage gegen die damaligen Organe des Unternehmens – nur nicht gegen dessen ehemaligen Generaldirektor.

Nach Studium der Unterlagen kann ich über die Rechtfertigung von Günter Pridt (ehemaligen Generaldirektor der IBM Österreich und Vorstand der YLine) berichten: er habe gar nichts gemacht und schon gar nicht hat er als Vorstand der YLine mit der IBM – seinem langjährigen Arbeitgeber – über die Situation der YLine gesprochen. Zuständig war er für gar nichts, aber wirklich für gar nichts und gewusst habe er auch von gar nichts und bevor ich es vergesse – erinnern – tut er sich auch an nichts. Das waren alles die Anderen, er keinesfalls… anbei ein Ausschnitt aus seiner Stellungnahme, aus der zu lesen ist, dass er nicht einmal für eindeutig ihm zuordenbaren operativen Dingen zuständig war (Stellungnahme Pridt).

Ich habe mir als ehemalige Wirtschaftsprüferin der YLine in Vorbereitung auf das Strafverfahren erstmals die diversen Aussagen von Günter Pridt in der Zivilrechtssache IBM/YLine und in der Strafrechtssache YLine durchgelesen. Erstaunt muss ich feststellen, dass die Aussagen von Günter Pridt meinen damaligen Wahrnehmungen massiv widersprechen.  Günter Pridt hatte sein Büro drei Zimmer von Petra Wohlfahrt, dem damaligen Finanzvorstand der YLine,  entfernt, zwei  bzw. ein Zimmer von den sonstigen Vorständen. Er muß schon blind und taub gewesen sein um nicht mitzubekommen was sich getan hat in der YLine.

Schon sein für ein Startup exorbitant hohes Gehalt als Vorstand in der Höhe  von 423.667,-Schilling ist Hinweis genug darauf, welche Verantwortung ihm in der YLine zugedacht war. Das hat meines Wissens nach auch der damalige Aufsichtsrat der YLine so gesehen. Weiters  halte ich es auch für mehr als lebensfremd, dass IBM (er war mehr als 20 Jahre Mitarbeiter in diesem Unternehmen!!) nicht mit ihm Kontakt aufgenommen haben will, als die Meinungsverschiedenheiten zwischen IBM und YLine Anfang 2001 zu eskalieren begannen, um informell Informationen zu bekommen bzw. eine Lösung zu finden.

Petra Wohlfahrt, die im übrigen etwa 10% des Betrages den Günter Pridt monatlich verdiente,  hat inzwischen aufgrund der Situation (Straf- und Zivilprozesse YLine und massive Rufschädigung) Selbstmord begangen. Günter Pridt hingegen genießt inzwischen seinen „wohlverdienten“ Ruhestand  und verteilt die Schuld am Niedergang der YLine  auf die wesentlich jüngeren und deutlich weniger verdienenden Mitarbeiter.

Nachsatz: Die immer wieder angeführte Rechtfertigung, dass er ja nur für die geplante Fusion zwischen YLine und BEKO von der IBM zur YLine gewechselt ist, gilt angesichts dessen, dass das exorbitante Gehalt 7 (!) Monate  (noch 5 Monate nach Scheitern der Fusion) bezogen wurde  und weder der Signing Bonus noch das Gehalt bis dato refundiert wurden, nicht. Der Gesamtaufwand für das Engagement eines ehemaligen Generaldirektors der IBM – auf Anraten der IBM („um die Strukturen in der YLine in Ordnung zu bringen“) kosteten der YLine somit mehr als 17 Millionen Schilling (1,2 Mio Euro). Und getan hat er „NICHTS“ lt. eigener Aussage und das wiederum steht im Konflikt zu den Obliegenheiten eines Vorstands.

Hut ab vor soviel Chuzpe!

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  1. Liebe Frau Sixt!
    Ich habe mir eigentlich vorgenommen, auf die Schmutzkübelkampagne dieses Blogs gar nicht zu reagieren. Und dass Sie und Werner Böhm versuchen, mich (und auch andere Personen) hier mit allen möglichen Argumenten anzugreifen bzw. anzupatzen, ist mir auch noch relativ egal. Ist halt Ihre Verteidigungslinie… Die Tatsachen werden schon vor Gericht – ich nehme an, dass auch ich dort als Zeuge Gelegenheit haben werde, unter Wahrheitspflicht auszusagen – sicher geklärt werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind Sie ja auch (rechtskräftig?) angeklagt und können daher auch umgestraft lügen, dass sich die Balken biegen. …
    Aber dass Sie auch noch den furchtbaren Tod der armen Petra Wohlfahrt zum Spielball Ihrer plumpen Vorgangsweise machen, in dem Sie andere Personen unterschwellig dafür verantwortlich machen, hätte ich weder Ihnen, noch Werner Böhm zugetraut.
    Auch ich habe die Polizeilichen Protokolle der Aussage von Petra Wohlfahrt gelesen. Das liest sich allerding gänzlich anders, als Sie und Böhm es in verschiedenen Unterstellungen darstellen….
    Manchmal frage ich mich schon, was aus Ihnen geworden ist. eigentlich habe ich Sie ja immer für seriös und ehrlich gehalten. Aber wenn Sie diese Vorhangsweise mit Ihrem Gewissen vereinbaren können, dann machen Sie ruhig so weiter. SIE – und niemand anderes – müssen sich in den Spiegel sehen können…
    Übrigens, was immer Sie in Zukunft hier von sich geben werden: Bemühen Sie sich nicht weiter, mich zu provozieren. Ich werde nicht mehr reagieren und nur mehr vor Gericht über diese Angelegenheit sprechen…
    Günter Pridt

    Antwort
  2. […] ← Generaldirektor müsste man mal sein! (Gastbeitrag) Mai 12, 2013 […]

    Antwort
  3. […] einen Gastbeitrag über die Kosten des Engagements von Günter Pridt verfasst (hier ist der Beitrag Generaldirektor müsse man mal sein!). Es handelte sich dabei meines Erachtens um einen sachlichen Beitrag, der folgende Fakten […]

    Antwort
  4. […] Wirtschaftsprüferin der YLine über Günter Pridt, seine Bezüge und sein Verhalten im Verfahren (siehe Beitrag hier). Da hat es hier am Blog und in diversen Kommunikationen hitzig-emotionale und teilweise […]

    Antwort
  5. […] und beispielsweise bei Günter Pridt einen Signing Bonus von über eine Million Euro bezahlt (siehe ausführlichen Beitrag der ehemaligen Wirtschaftsprüferin hier). IBM Österreich, IBM Europa und die involvierten IBM-Manager haben die Partnerschaft mit YLine […]

    Antwort
  6. […] IBM beschädigen können und das war in den 1,2 Millionen, die YLine an Günter Pridt gezahlt hat (siehe Bericht hier), nicht enthalten, […]

    Antwort

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Unterlagen, Unternehmen

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