In den letzten Wochen hatten wir – wieder einmal – heftige Diskussionen rund um dieses Blog bzw. die Beiträge über Günter Pridt und IBM. Ausgelöst wurden diese durch den Beitrag der ehemaligen Wirtschaftsprüferin der YLine über Günter Pridt, seine Bezüge und sein Verhalten im Verfahren (siehe Beitrag hier). Da hat es hier am Blog und in diversen Kommunikationen hitzig-emotionale und teilweise schrecklich polemische Diskussionen gegeben. Dieser halböffentliche Diskurs war reinigend, hat aber den Zweck erfüllt und offenbar einiges in Sachen IBM aufgerüttelt. Dabei spielt sicher mit, dass die „Akte YLine“ trotz des eingegrenzten Themas eine erstaunlich breite Leser- und Abonnentenschaft hat.

Man kann jetzt sicher der Meinung sein, dass das Blog in Verbindung mit dem Strafverfahren unsinnig bis gefährlich ist. Ok, akzeptiert, aber ich konnte feststellen, dass sich damit offenbar Dinge bewegen lassen. Wie schon in der Diskussion rund um die Aktientransaktionen eines Friedrich Scheck (Beitrag hier) oder die Befangenheit des Gutachters Thomas Keppert (Beitrag hier) hat dieser Blog Bewusstsein geschaffen, neue Informationen und manche Leute zum Nachdenken gebracht. So auch in Sachen IBM – trotz des Drucks einiger Personen hat man sich im Kreis der Angeklagten, ihrer Rechtsvertreter und darüber hinaus berechtigt darauf besonnen, dass es die YLine in dieser Form ohne IBM nicht gegeben hätte, ja gar nicht geben hätte können! Es wird „wiederentdeckt“, dass die führenden IBM-Vertreter wie unser Partnermanager Walter Fuchs (Beitrag hier) oder der Finanzchef von IBM Österreich, Richard Schwarz, ebenso an der YLine und ihren Tochterunternehmen beteiligt waren wie die IBM Pensionskasse – wo Richard Schwarz Vorstand war. Es wurden erneut Informationen gesucht, gefunden und Erinnerungen plötzlich „wiederentdeckt“.

Man hat in der Riege der Rechtsvertreter – wo fast alle vertreten sind, die in Österreich Rang und Namen haben – die Klage der YLine  ausgegraben und neu entdeckt, dass wir 2001 bereits erste juristische Siege gegen IBM erfochten haben. Das lässt die Vorwürfe der Anklage in einem ganz anderen Licht erscheinen. Die partielle Amnesie hat sich dank der Diskussionen weitgehend verzogen, was gut ist. Ich denke, dass kaum jemand unter den Lesern mehr ernsthaft glaubt, dass der ehemalige Generaldirektor der IBM Österreich, Günter Pridt, bei uns nur ein für ihn lukratives Gastspiel absolviert oder uns die IBM „einfach so“ um mehr als 400 Millionen ATS Großrechner und PCs geliefert hat.

Möglicherweise ist daher dieses Blog gefährlich aber aus meiner, zugegeben subjektiven, Sicht hat sich im Vorfeld des Verfahrens bereits einiges in die angebrachte Richtung entwickelt. Wir haben entdeckt, wer tatsächlich an der YLine verdient hat, wie die Aktionärsstruktur tatsächlich aussah und dass eine Betrachtung ohne IBM nicht möglich ist. Das ist doch schon etwas, oder? Da kann man dann schon die nächsten Schritte darauf aufbauen!

Join the conversation! 1 Comment

  1. Hallo, ich gehöre auch zu jenen, die diese Diskussion mit Unglauben verfolgt haben. Wie kann es denn sein, dass man sich als frisch gegründetes Unternehmen einen Vorstand um 17 Millionen Schilling leistet???? Das ist ein finanzieller Wahnsinn, wenn das nicht durch eine tragfähige Partnerschaft mit IBM gerechtfertigt war. Sollte das nicht der Fall gewesen sein, dann gehören die damals agierenden Personen zur Verantwortung gezogen…. Da gibt es nur ein entweder oder ….

    Geradezu absurd erscheint mir auch, dass ein international agierender Konzern ohne weitergehende Vereinbarung um hunderte Millionen Schilling technisches Equipment geliefert haben soll. Dann liest man, dass die Konzernleute selber beteiligt waren und den rest kann sich mit Hausverstand ausmalen … Denkt denn da keiner nach oder stimmen die hier übermittelten Informationen nicht??? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Staatsanwalt dermaßen blind sein kann. Für mich gehört einmal geklärt, inwieweit IBM den Gläubigern und Aktionären hier in der Haftung steht!!! Warum ist das seitens des Vorstandes noch nicht passiert – auch das ist ein Versäumnis!

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorie

Gutachter, Unternehmen

Schlagwörter

, , ,