Thomas Keppert zum YLine-Verfahren

Auch Gutacher Thomas Keppert sieht IBM-Verbindlichkeiten in der YWAS bei Friedrich Scheck

Die Sommerpause ist definitiv vorbei und schon steht auch „Die Akte YLine“ wieder mitten in einem heißen Herbst. Es ist bereits der zwölfte Herbst, der an den Aktendeckeln vorbeizieht, wenn ich mich nicht verzählt habe. Aber irgendwie, sagt mir mein Gefühl, könnte es der interessanteste und abwechslungsreichste Herbst sein. Gut, es wurde jedes Jahr über die kurz bevorstehende Anklage oder das in Kürze beginnende Verfahren berichtet. Diese medialen Vorankündigungen meine ich aber nicht. Diesmal geht es tief in die Abgründe der Akte, denn es wurde seitens eines hinzugezogenen Experten dargelegt, dass die insolvenzverursachenden Verbindlichkeiten gegenüber der IBM ab Anfang 2001 rechtlich gar nicht mehr in der YLine waren. Seither rotiert die große Gemeinschaft der – teilweise noch nicht rechtskräftigen – Angeklagten.

Na dann, wenn die Verbindlichkeiten gegenüber der IBM gar nicht in der YLine waren, wo waren sie dann? Die Antwort auf Grund der Verträge und Aktenlage war und ist eigentlich ganz einfach – sie waren in der SoftInvest des Friedrich Scheck. Dieser hatte über seine i-online Software ag mit Wirkung vom 31.12.2000 das damalige Tochterunternehmen der YLine, die YLine Web Access Services AG (kurz YWAS), gekauft. In dieser waren die Verbindlichkeiten gegenüber IBM bilanziell erfasst. Damit waren sie mit 1.1.2001 rechtwirksam aus der Bilanz der YLine verschwunden. Friedrich Scheck hat den Kundenstock der YWAS kurz danach an die Telekom Austria verkauft und dafür über die i-online Software ag eine Provision von einer Million Euro kassiert. Auch IBM hat Scheck aus dem Verkauf an die Telekom 24 Millionen Schilling (!) zukommen lassen, also seine Schulden teilweise bezahlt. Seltsam, aber irgendwie passt das in die damalige Telekom und zu Scheck sowieso, oder? Aber wie kommt die Verbindlichkeit dann wieder zurück in die YLine, exakter formuliert – in das Strafgutachten? Die Antwort folgt häppchenweise in den nächsten Beiträgen.

Wie immer ist alles bestens dokumentiert. Diesmal von Arthur Andersen, Ernst & Young und auch – Überraschung – von Dr. Thomas Keppert selbst, dem Gutachter in der Strafsache YLine. Nun ist aber die IBM-Verbindlichkeit ein ganz zentrales Element der Anklage und es herrscht daher einige Ratlosigkeit in der „Akte YLine“ – also der seit 12 Jahren übliche Zustand.

Weil ich denke, dass diese Entwicklung in „meiner“ Akte YLine eine ausführliche Stellungnahme verdient, werde ich die Entwicklung in den nächsten Beiträgen in allen Details darlegen. Beginnen werde ich wahrscheinlich mit einem Porträt der SoftInvest. Dranbleiben und mitlesen!

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  1. […] vor ein paar Tagen angekündigt, darf ich mit der Serie über die IBM-PC-Verbindlichkeit beginnen, welche die ausschließliche […]

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