Nach zwölf Jahren Verfahrensdauer kann man durchaus schon von Tradition sprechen – und traditionell kommen die verfahrensrelevanten Botschaften gerne im Dezember, rechtzeitig zum Weihnachtsfest. Im Dezember 2012 erreichte uns die Anklage, die dann von einigen Empfängern beeinsprucht wurde, und jetzt im Dezember 2013 erreicht die Beeinsprucher die Entscheidung des OLG. Dieses gibt wegen Verjährung dem Einspruch bei einigen Krida-Vergehen statt aber im wesentlichen wird die Anklage mit vielfachen Verweisen auf die Gutachten des Dr. Thomas Keppert bestätigt. Wir können uns damit – endlich – im Jahr 2014 auf eine Hauptverhandlung einstellen. Ein Recht auf das wir bereits viel zu lange warten. Derzeit stellt man sich unter den Rechtsvertretern die Frage, wie mit dem heiklen Thema des Gutachters Thomas Keppert umgegangen werden soll. Keppert hat sich von Scheck ja durchaus nette Bescherungen machen lassen und ihm damit noch größere Probleme vom Hals gehalten (siehe Notizen hier).

OLG Begründung in Sachen Friedrich Scheck

OLG Begründung in Sachen Friedrich Scheck

Das OLG hat auch ein paar interessante Feststellungen getroffen, die meinen Weggefährten Friedrich Scheck nicht gefallen werden. Er hatte in seinem Einspruch ausführlich dargelegt, warum er wirklich kein Insider gewesen sein und mit seinen Aktienverkäufen keinen Betrug begangen haben könne. Letztlich, so zusammengefasst seine Argumentation, habe er keinen der Aktienkäufer persönlich gekannt oder persönlich zum Kauf überredet. Daher hätte er auch niemanden betrogen und seine Millionen rechtmäßig kassiert. Coole Argumentation, oder?

Das OLG richtet ihm aus, dass die Anklage diesbezüglich aber durchaus richtig liegt und seine millionenschweren Aktientransaktionen (siehe Notizen dazu hier) anhand der vorliegenden Ermittlungsergebnisse durchaus die Tatbestände des Insiderhandels und des Betruges „idealkonkurrierend“ erfüllen könnten. Entschieden werden muss darüber vom Schöffengericht in der Hauptverhandlung (siehe auch Bild links). Ob diesbezüglich die Anklage wegen Steuerhinterziehung in Verbindung mit den Aktienverkäufen ausgeweitet wird, das wird sich zeigen.

Insofern sind jetzt alle 12 Leute rechtskräftig angeklagt, die Unsicherheit beseitigt. Wir können endlich mit der Hauptverhandlung beginnen und dort Rede und Antwort stehen. Das ist wirklich ein schönes Weihnachtsgeschenk für mich, daher lege ich mir, schön verpackt, ein altes YLine-Polo unter den Christbaum und hoffe auf Erledigung der Angelegenheit vor Ende 2015.

Join the conversation! 4 Comments

  1. […] ← Pünktlich zum Weihnachtsfest: OLG Entscheidung in Sachen Anklage Dezember 4, 2013 […]

    Antwort
  2. […] die Zulassung der Anklage gegen Friedrich Scheck im Strafverfahren Yline durch das OLG (siehe Artikel bei Akte Yline) und andererseits eine gegen Kerbler und Scheck eingebrachte Anzeige (siehe meinen Beitrag hier). […]

    Antwort
  3. […] die Zulassung der Anklage gegen Friedrich Scheck im Strafverfahren Yline durch das OLG (siehe Artikel bei Akte Yline) und andererseits eine gegen Kerbler und Scheck eingebrachte Anzeige (siehe meinen Beitrag hier). […]

    Antwort
  4. Hallo Hr Böhm,

    wie immer man das sieht – eine Riesenschweinerei ist jedenfalls die Dauer des Ganzen. Aber wer sind eigentlich die 12 Angeklagten? Gibts die Anklage in file Form?

    Alles Gute
    Klaus Gerber

    Antwort

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About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

Kategorie

Gericht, Gutachter

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