Exklusive Partnerschaft mit IBM im Bereich Internetzugang und Rechenzentrum

Exklusive Partnerschaft mit IBM im Bereich Internetzugang und Rechenzentrum

Im September 1999 hat YLine mit IBM einen Partnerschaftsvertrag zur „Errichtung und Betrieb einer für den europäischen Raum vorgesehenen Rechenzentrums- und Internetzugangsinfrastruktur“ abgeschlossen. In Punkt „4. Partnerschaft“ heißt es im ersten Satz: „IT.D (Anm: so hieß YLine damals) und IBM verpflichten sich zu wechselseitiger Exklusivität und partnerschaftlichem Verhalten.“

Derzeit durchforsten ein paar Betroffene alle E-Mails, Dokumente, Ermittlungs- und Gerichtsprotokolle im Hinblick auf die Hauptverhandlung. Dabei ist uns mit der Übermittlung der internen IBM-Emails sicher ein großer Schritt dahingehend gelungen, zu beweisen, was wir bereits in unseren Klagen 2001 dargelegt haben: IBM hat die Partnerschaft verletzt, sich nicht partnerschaftlich verhalten und die Exklusivität verletzt (siehe auch Beitrag hier). Die laufende Verletzung der Partnerschaftsvereinbarung bestätigt auch die Schlüsselperson in dieser Causa: Günter Pridt, ehemaliger IBM Generaldirektor und YLine Vorstand, bekennt vor dem Handelsgericht freimütig, dass IBM damals ähnliche Projekte auch mit anderen Kunden gemacht hat. Hier seine wörtliche Aussage:

„Bemerken möchte ich, dass die Vereinbarung mit der Yline eigentlich auch keine außergewöhnliche Transaktion war. Es gab damals viele derartige Transaktionen, etwa auch mit der Kronen Zeitung. Es bestand damals große Konkurrenz der Internetserviceprovider.“

Das hätte gar nicht sein dürfen. Die Exklusivität hat – aus gutem Grund – IBM derartige Geschäfte ohne YLine untersagt. Mit der Kronenzeitung hatte damals auch die YLine zahlreiche Gespräche und dann hat uns IBM offenbar unterfahren. Sagt der damalige IBM-Generaldirekter, der danach Vorstand in der YLine wurde. IBM, so der Sinn der Partnerschaftsvereinbarung, hätte derartige Geschäfte – und offenbar gab es „viele derartige Transaktionen“ – ausschließlich und exklusiv über die bzw. mit der YLine abwickeln dürfen. So steht es in der Partnerschaftsvereinbarung. Wozu haben wir dann über 38 Millionen Euro in diese Partnerschaft investiert.

Die Partnervereinbarung war unsere Investmentgrundlage, was jeder verstehen wird. Die Verletzung der Exklusivität hat unsere Wettbewerbsposition massiv verschlechtert und unsere Gesellschaft wie unsere Aktionäre geschädigt. Und na klar, da war es dann fast logisch, dass IBM die Partnerschaft abstreiten musste (siehe Bericht hier). Sollte die Partnerschaftsvereinbarung lediglich abgeschlossen worden sein, um die Aufträge von YLine zu bekommen, dann würde man das gemeinhin Betrug nennen. Und das macht IBM sicher nicht, ich bin verwirrt! Warum Günter Pridt mit dem Wissen über die Vertragsverletzungen der IBM damals als Vorstand der YLine das nicht auf den Tisch gelegt, damit den Beweis für die Verfehlungen der IBM gebracht und unsere Verhandlungsposition verbessert hat, das weiß ich nicht. Jedenfalls wäre er dazu als Vorstand der YLine im Sinne der ihm auferlegten aktienrechtlichen Verpflichtungen zwingend dazu angehalten gewesen. Da gibt es keinen Interpretationsspielraum. Aber das hätte ja die Interessen der IBM beschädigen können und das war in den 1,2 Millionen, die YLine an Günter Pridt gezahlt hat (siehe Bericht hier), nicht enthalten, oder?

Das wird uns Günter Pridt alles in der Hauptverhandlung erklären können. Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher auch, dass sich IBM als Privatbeteiligter dem Verfahren angeschlossen hat. Ein Verfahren, das IBM bzw. ihre Organe mit Falschaussagen und eigenen Verfehlungen ausgelöst hat – natürlich ist das nur meine Meinung und die von ein paar Kollegen auf meiner Seite. Und das habe ich in der Hauptverhandlung mit Beweisen darzulegen. IBM ist schon damals nur davon gekommen, weil sie die von ihr abhängige YLine in die Insolvenz gesandt hat!

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  1. Mach Dir um mich und mein Seelenheil keine Sorgen, lieber Werner Böhm, sondern um Dein eigenes! Mit einer Behauptung hast Du allerdings sicher recht: nämlich, dass Du offensichtlich verwirrt bist. Und sogar mit noch einer Feststellung Deinerseits hast Du recht: Ich werde vor Gericht all Deine gegen mich erhobenen Anschuldigungen (sowohl in strafrechtlicher, als auch in moralischer Hinsicht) widerlegen und dies auch mit echten Beweisen untermauern – nicht mit Lügen und sog. Fakten, die – aus dem Zusammenhang gerissen (und natürlich von Dir so beabsichtigt) – ein „scheinbar“ schlüssiges Bild ergeben sollen. Es wird Dir nicht gelingen, Beweise für meine Schuld an diesem Desaster zu finden. Da kannst Du noch tausende E-Mails durchforsten. Ganz einfach deshalb, weil ich immer bei der Wahrheit geblieben bin, was man von Dir nicht behaupten kann. Aber wie gesagt, ich werde Dein (und Elfriede Sixts) Lügengebilde im Zusammenhang mit den Anschuldigungen gegen mich schon aufdecken. Dass ich dies aber nicht in Deinem Forum machen werde, sondern vor Gericht, liegt wohl auf der Hand! Damit verabschiede ich mich wieder. Bis zu Verhandlung….

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