Auszug Vorstandsprotokoll YLine vom 14.3.2001

Auszug Vorstandsprotokoll YLine vom 14.3.2001

Die Anklage hat – wie schon oft dargestellt – die Geschäftsbeziehung mit IBM nicht ansatzweise richtig dargestellt. Dabei hat sie sich offensichtlich u.a. auch auf die, nachweislich falschen, Aussagen des ehemaligen IBM-Generaldirektors und YLine-Vorstand Günter Pridt verlassen.

Pridt erklärte, dass er eigentlich mit dem operativen Geschäft der YLine nur am Rande zu tun hatte und eigentlich nur gekommen wäre, um den Chef nach der geplanten BEKO-Übernahme zu spielen. Nachdem diese (nicht zuletzt wegen IBM und seiner Aussage von einer „losen Kooperation“) gescheitert war, gab es für ihn mehr oder weniger nichts zu tun. So sinngemäß Pridts Ausführungen. Für das operative Geschäft wären andere zuständig gewesen – die nunmehr angeklagten Böhm, Hrdlicka oder Kalcher. Er aber sicher nicht.

Abgesehen davon, dass eine derartige Einschränkung einer Vorstandsverantwortung aktienrechtlich gar nicht möglich ist, Pridts Anstellungsvertrag diese Einschränkung sogar explizit verbietet, widersprechen Pridts Angaben direkt den Vorstandsprotokollen. Innerhalb des Vorstandes der YLine war Günter Pridt für das gesamte operative Geschäft der YLine – und damit auch für die YLine Deutschland und die IBM-Partnerschaft – zuständig. Und das von Herbst 2000 bis zu seinem Ausscheiden im Mai 2001. Wer das nicht glauben will, der sollte beispielsweise dieses Vorstandsprotokoll vom 14. März 2001 lesen (hier im Download). Aus dem Protokoll dieses durchaus emotional geführten Vorstandsmeetings geht ganz klar hervor, dass sich Pridt auch dafür verantwortlich fühlt und Maßnahmen gesetzt hat. Wenn das nicht die richtigen Maßnahmen waren, wie jetzt die Anklage behauptet, dann kann nur Pridt das rechtfertigen aber sicher nicht Kalcher. Es geht aus den Vorstandsprotokollen von 2001 hervor, dass ich selber aber auch Petra Wohlfahrt, Anne Prem oder Joachim Kalcher Pridt zu Maßnahmen in seinem Verantwortungsbereich gedrängt haben. Und Pridt hat bei diesem „unglaublichen“ Verlangen gleich auch mal mit Rücktritt gedroht!

Vor den Ermittlungsbehörden hat Pridt die Verhältnisse im Vorstand ganz anders dargestellt, weswegen er heute im Gegensatz zu mir, Prem, Kalcher nicht angeklagt ist. Dokumentierbares Fakt ist, dass Pridt und nicht Hrdlicka oder Kalcher oder ich ab Herbst 2000 als COO für das Personal, die operative Struktur und die Führung der YLine verantwortlich war.

Die dargelegten und anhand der Akten einfach nachweisbaren Verhältnisse haben ja auch eine innere, nachvollziehbare Logik! Warum hätten wir uns um ATS 17 Millionen Schilling einen erfahrenen Vorstand vom Partner IBM holen sollen, wenn nicht, um das operative Geschäft nach dem stürmischen Wachstum auf die Reihe zu bekommen (siehe hier die Sicht des Wirtschaftsprüfers dazu). Pridt hat ein Vielfaches von dem verdient, was die anderen Vorstandskollegen erhalten haben und streitet jede Verantwortung ab?! Und der Staatsanwalt glaubt ihm? Denkt da keiner? Liest da keiner die Akten? Oder könnte es daran liegen, dass nur die tendenziell belastenden Vorstandsprotokolle im Akt sind?

Vor allem bei Kalcher und Hrdlicka finde ich das ungeheuerlich und wäre an deren Stelle unglaublich ungehalten. Ich werde im Sinne der beiden Kollegen das Beste geben, um in der Hauptverhandlung in deren Interesse die tatsächlichen Verhältnisse und Verantwortungen für das operative Geschäft darzulegen. Dazu genügen schon die Vorstandsprotokolle!

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About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

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