Dr. Egon Sattler

Dr. Egon Sattler

Wir haben damals als Vorstand der YLine hinsichtlich der komplexen Themen betreffend Kapitalmarkt, Sacheinlagen oder Urheber- und Markenrechte bei den besten Anwälten Rat gesucht. Eine unserer wichtigsten Kanzleien war damals sicher Sattler & Schanda. Das waren damals auch die Anwälte von IBM und wurden uns von dort empfohlen. Dieser Kanzlei haben wir beispielsweise vertrauensvoll die rechtliche Abwicklung der nunmehr angeklagten Sacheinlagen in Verbindung mit dem Firmenbuch übergeben. Und wurden – so nebenbei – niemals darüber aufgeklärt, dass es so etwas wie die nunmehr angeklagte Differenzhaftung überhaupt gibt. Naja, durch die Anklage wurden wir ja darüber aufgeklärt und  werden  darüber in der Hauptverhandlung diskutieren und die Zeugen Dr. Sattler und Dr. Schanda dazu befragen. Man lernt ja nie aus!

Auch in Verbindung mit dem PC-Projekt mit IBM waren Sattler & Schanda intensiv involviert. Die Kanzlei war tief in die YLine-Geschäfte verwickelt und hat viel Geld mit YLine verdient. Es kam dann bekanntlich die aus meiner Sicht von IBM erzwungene Insolvenz im September 2001. Was machen Sattler & Schanda? Sie drehen sich um und vertreten IBM gegen die YLine und mich in der Insolvenz. Eine nicht statthafte Doppelvertretung – zumindest aus meiner Sicht! Sie hätten das IBM-Mandat wegen der offensichtlichen Interessenskollision nicht annehmen dürfen, aber in Österreich ist offensichtlich alles möglich.

Dr. Reinhard Schanda

Dr. Reinhard Schanda

Im Gläubigerausschuss der YLine wurde IBM dann vertreten durch „unseren“ Anwalt Dr. Sattler. Dr Sattler brachte sich durchaus aktiv in den Gläubigerausschuss ein, nur bei den Forderungen der IBM kam es zu kurzfristigen Meinungsverschiedenheiten, die aber schlussendlich in einer für IBM durchaus netten Vergleichsregelung endeten. Einem Vergleich, dem ich explizit nicht zugestimmt habe, aber wer bin ich schon. Jedenfalls wurde auch die Forderung der Kanzlei Dr. Sattler vom Masseverwalter anerkannt und nicht bestritten. Alle übrigen Forderungen unserer Rechtsanwälte wurden hingegen bestritten!

Die Zusammenarbeit zwischen dem Masseverwalter und dem IBM-Vertreter war so gut, dass sich die Kanzlei Sattler & Schanda beim Masseverwalter schriftlich überschwänglich für die „außergewöhnlich gute Zusammenarbeit  in der Abwicklung der Masse der YLine“  ganz in der Art eines Eigentümervertreters bedankte und einer Prämiengewährung an den Masseverwalter zustimmte (findet sich im Masseakt). Diese Dankbarkeit war auch wirklich angebracht, denn letztlich hatten wir damals IBM auf Schadenersatz geklagt, die IBM-Forderung war aus heutiger Sicht der nunmehr angeklagten Wirtschaftsprüferin gar nicht mehr in der YLine und zudem nach Meinung unseres damaligen Rechtsvertreter Dr. Christian Hausmaninger bestenfalls Eigenkapitalersatz. Die Insolvenz war damals die rettende Hintertür von IBM. Hausmaninger vertritt in der Akte YLine auch zwei Angeklagte, darunter den ehemaligen IBM-Manager und YLine-Vostand Dr. Kalcher. Aber damals konnte es die Kanzlei Sattler & Schanda noch österreichisch regeln.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass sich der Insolvenzakt mit all den Erkenntnissen aus den Zivilverfahren NICHT im Strafakt befindet. Das Studium dieses Aktes hätte eventuell den Staatsanwalt zu anderen Schlussfolgerungen gebracht. Aber darüber in Kürze mehr!

Auch bei meinem Versuch des Zwangsausgleiches iS YLine im Jahr 2004 musste ich mich auf Seiten IBM mit der Kanzlei Sattler & Schanda auseinandersetzen. Von dort wurde ich mit Bedingungen konfrontiert, die letztlich für mich unerfüllbar waren. Ich habe damals als Gemeinschuldnervertreter eine Beschwerde bei der Rechtsanwaltskammer gemacht aber die sah kein Problem darin, dass Sattler zuerst die YLine und danach mit dabei gewonnen Informationen die IBM gegen die YLine bzw. mich vertrat. Ist doch völlig normal, österreichische Verhältnisse halt.

Wenn ich Kaffeesud lesen müsste, dann würde ich meinen, dass die Zeugen Sattler und Schanda sich nicht mehr erinnern können und leider – nach über 10 Jahren – die Unterlagen leider, leider nicht mehr im Kanzleiarchiv sind. Und überhaupt, man könne doch nicht gegen die eigenen Klienten aussagen … und entbunden wären sie von IBM auch nicht … das waren sie damals aber auch nicht vom YLine-Vorstand!

 

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Gericht, IBM

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