Honorarnote des Sachverständigen Dr. Keppert im Strafverfahren
Honorarnote des Sachverständigen Dr. Keppert im Strafverfahren

Honorarnote des Sachverständigen Dr. Keppert im Strafverfahren

Mir wird von Seiten der Staatsanwaltschaft Bereicherungsabsicht im Hinblick auf die YLine vorgeworfen. Zwar können sie mir nicht nachweisen, wo denn mein Geld sei oder wie ich es verdient haben sollte, aber der Plan, ja der Plan wäre dagewesen. Plump aber offenbar wirksam. Wer aber wirklich VIEL Geld mit der YLine verdient hat, das war bisher bereits in den 13 Jahren Verfahrensdauer der Gutachter Dr. Keppert.

Gestern konnte man im Standard über die Buwog und über die hohen Honorare lesen, die bei den Strafverfahren so angefallen sind. Die Höhe der Honorare (€ 702.000 für Altenberger und € 447.808,78 von Kopetzky) sind dann auch das Hauptthema bei den Kommentaren unter dem Artikel.

Da kann ich nur lachen – auch in dieser Hinsicht bricht die YLine Rekorde. Denn wie man so richtig viel Geld rund um ein Strafverfahren verdient, weiß keiner so gut wie unser Gutachter Dr. Thomas Keppert. Begonnen hat er seine Tätigkeit 2001 als Gutachter und Berater des Masseverwalters im Insolvenzverfahren. Diese ist dann nahtlos in die Tätigkeit als Gutachter im Strafverfahren übergegangen. Keppert wird am Ende der Akte YLine mehr als 2 Millionen Euro verdient haben. An einem Start-Up, das knapp 3 Jahre existierte und dem er überhöhte Kosten vorwirft. Kepperts Erfolgsrezept ist dabei wie folgt:

  • Man lasse sich unmittelbar nach dem Konkurs vom Gläubigerausschuss bestellen (8. 10. 2001), dann lasse man sich noch vom Konkursrichter als  Sachverständiger bestätigen (10.10.2001) (Motto: man kann ja nie wissen, ob die Beklagten bzw. in Folge die Beschuldigten einem die „Unbefangenheit“ auch so glauben),
  • dann beginne man mit der allumfassenden Tätigkeit für den Masseverwalter (von der Führung der Buchhaltung bis zur Besetzung von Aufsichtsratspositionen, Erstellung von Gutachten usw. vor allem aber bei der Identifizierung von potentiellen Klagsgegnern),
  • gleichzeitig übernehme man auch die strafrechtliche Ermittlungstätigkeit, indem man kontinuierlich die österreichische Staatsanwaltschaft über entdeckte mögliche strafrechtliche Vergehen am Laufen hält, das bringt  neue Detailaufträge
  • dann erkläre man der Staatsanwaltschaft, dass man aus Effizienzgründen doch auch gleich auch das Strafverfahren mit erledigen kann – denn UNBEFANGEN sei man ja ohnehin und bereits gerichtlich bestellt auch,
  • gleichzeitig sorge man dafür, dass eine kontinuierliche Kriminalisierung der Beklagten bzw. in der Folge der Beschuldigten in der Presse stattfindet (meist in Absprache mit dem Masseverwalter),
  • sobald alle obigen Schritte erledigt sind, kann man sich auf eine gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Masseverwalter und der  Staatsanwaltschaft und einen daraus resultierenden regelmäßigen Geldfluss einstellen und demgemäß über Jahre vor sich hinarbeiten,
  • besondere Glücksfälle, wie das Engagement durch einen Beschuldigten im Strafverfahren zeitgleich zur Erstellung der diversen Gutachten sind zu begrüßen und können zu neuen Tätigkeiten und damit zu erklecklichen Zusatzeinnahmen führen.
  • Störungsversuche bzw. kleine Problemfälle wie zu erstellende Gutachten zu diesem neuen Klienten (ergo  Beschuldigten) im Masseverfahren YLine oder im Strafverfahren sind elegant abzuschmettern (vgl. Masseverwalterbericht zum Thema Sacheinlage I-online im speziellen Ausführungen von Dr. Keppert, oder vgl. Finanzstrafverfahrensbericht zum Thema Friedrich Scheck),
  • Bei eventuellen Befangenheitsanträgen ist auf das ohnehin bereits offensichtlich kriminelle Verhalten und die sich daraus ergebende verminderte Glaubwürdigkeit der Beschuldigten hinzuweisen und alle Verdächtigungen einer eventuellen Unbefangenheit sind strikt von sich zu weisen – man halte sich nunmal für UNBEFANGEN;
  • Sollte in der Zwischenzeit offensichtlich werden, dass man selbst in kriminellen Aktivitäten verstrickt ist (AMIS – siehe Beitrag hier), dann kontaktiere man umgehend den befreundeten Staatsanwalt und erinnere ihn daran, dass man ja gerade in verschiedenen Strafverfahren entsprechende Gutachten errichte (BAWAG, usw) und das gehe ja dann gar nicht.

Und genau so verdient man wirklich VIEL Geld: im Masseverfahren hat Keppert lt. Zwischenrechnung mit Datum 6. 4. 2009 (und das war noch nicht das Ende) rund € 610.000 kassiert (als Download hier verfügbar), im Strafverfahren legte er im Dezember 2005 eine Rechnung über € 390.000,- (als Download hier verfügbar) und wieviel er bei der ECO/Scheck (siehe Berichte hier) verdient hat, steht in den Sternen, aber so um die € 500.000,- werden es über die Jahre 2004 – 2009 (pro Jahr  € 100.000) schon gewesen sein, das macht insgesamt dann wohl die ersten € 1, 500.000,-. So, aber nun geht es ja erst in die Hauptverhandlung. Denn auch für die Hauptverhandlung ist Keppert natürlich als komplett „unbefangen“ zu behandeln und da freut er sich jetzt schon mal über die projektierten angesetzten 30 – 40 Tagsatzungen, macht pro Tag rund € 3.500 (reine Schätzung) also noch ein Sahnehäppchen von mehr als  € 140.000 und vielleicht braucht man ja noch so manches Zusatzgutachten, auch das kein Problem…

Dass zwischenzeitig eine Beschuldigte vor dem Hintergrund des überlangen Verfahrens  und der laufenden Kriminalisierung Selbstmord begangen hat, und Leute um ihre Existenz gebracht wurden, ist dann wohl unter Kollateralschaden zu verbuchen und überhaupt, was kann Dr. Keppert für die Labilität verschiedener Leute.

Und so geschehen in einem Rechtsstaat  im Jahre 2014 und unter den Augen der offensichtlich blinden Justizia und dem EUGH.

Join the conversation! 2 Comments

  1. […] Dr. Werner Hallas zum Sachverständigen für die Hauptverhandlung bestellt (Bericht hier und die Kostennote mit Hallas-Stunden hier). Die Proteste dagegen haben nicht lange auf sich warten lassen. Da wird es aber erst morgen, mit […]

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  2. […] Keppert/Hallas hat die letzten 13 Jahre mit YLine direkt und indirekt wirklich viel Geld verdient (siehe Bericht hier). Und jetzt soll es damit […]

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About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

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