Schreiben von Fritz Scheck an meinen Steuerberater zur Vorlage beim Finanzamt
Schreiben von Fritz Scheck an meinen Steuerberater zur Vorlage beim Finanzamt

Schreiben von Fritz Scheck an meinen Steuerberater zur Vorlage beim Finanzamt

Heute war am letzten Verhandlungstag vor der Sommerpause – es geht erst am 6. August 2014 mit 3 Verhandlungstagen weiter und dann wieder nach einer längeren Pause erst am 30. September 2014 – der elftangeklagte Fritz Scheck an der Reihe. Damit wurde die erste Runde der Vernehmungen abgeschlossen.

Nach dem Motto „Das beste kommt zum Schluss“ führte der Herr Kommerzialrat den Gerichtssaal eloquent mit vielen Schachtelsätzen aber doch humorvoll durch seine doch etwas skurrile Welt. Dabei wurde er nicht müde, zu betonen, wie wichtig und erfolgreich er sei und man deswegen seinem Wort – bitteschön – den erforderlichen Respekt entgegenzubringen habe. Gezählte 6 mal wies der Angeklagte beispielsweise darauf hin, dass er einst, vor langer Zeit, eine Steuerberatungskanzlei gegründet, diese dann vor vielen Jahren an seine Partner verkauft und diese nun 90 Mitarbeiter (oder so) hätte und sein Sohn dort arbeiten würde. Und ja, diese Kanzlei hätte auch schon drei Standorte und das beweise ebenso seine Tüchtigkeit wie der Umstand, dass er als Vorstandsvorsitzender der börsennotierten ECO Business Immobilien AG einen Milliardenwert aufgebaut hatte (Anm: der Aktionärsschützer Rasinger warf Scheck hingegen Vermögensvernichtung und Abzocke im großen Stil vor – Bericht im Standard hier). Soviel zum Thema Eigen- und Fremdsicht.

Rasinger über Scheck als Vorstand der ECO

Rasinger über Scheck als Vorstand der YLine

Vollgepackt mit dieser Wichtigkeit gab der Angeklagte an, dass er bei der YLine schlicht nur das Cash vor Augen hatte, sogar „viel Cash“ hätte er vor Augen gehabt, gab er auf Nachfrage der Richterin nach seinem Motiv an. So hätte er mit dem Erwerb der YLine-Tochter YWAS richtig Kohle machen wollen. Definitiv wollte er Böhm damit keinen Gefallen machen, denn das hätte und würde er nie tun. Sein Motiv war Cash, viel Cash. Er hätte damals ja schon potenzielle Interessenten wie die Telefonica für den Weiterverkauf der YWAS oder deren Benutzer an der Hand gehabt. Kurz bevor er die YWAS kaufte hätte die Raiffeisen auch einen Internet Service Provider (ISP) verkauft und dabei € 1.000 pro Benutzer erhalten. Das könne er auch, so seine damaligen Überlegungen! Er hätte dann bei den knapp 32.000 bis 60.000 Kunden einen Verkaufserlös für die YWAS von irgendwo zwischen 32 bis 50 Millionen Euro erhalten. Damit hätte er die IBM-Verbindlichkeiten, die in der YWAS aus dem PC-Projekt waren, locker bedienen können und wollen. Für ihn wäre dann auch noch viel Geld geblieben. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Historische Tatsache blieb dann, dass Scheck die Benutzer der YWAS zumindest offiziell nur um knapp 5 Millionen Euro an die Telekom verkaufen konnte. Daher sah er dann die Bedienung der IBM-Verbindlichkeit nicht mehr als seine Pflicht an, schließlich blieb ja nicht einmal etwas für ihn.

Ja, und mit dem geplanten Börsengang der i-online software ag hätten er und sein Partner Georg Plochberger auch großes Geld machen wollen. Ja genau, auch beim Kauf der Aktien der BlueBull AG von Mike Lielacher war „das große Kohle machen“ das Motiv des Duos Scheck/Plochberger. Lielacher hätte ihnen die BlueBull so super dargestellt, dass sie die Aktien einfach kaufen mussten. Na ja, rückte der Herr Kommerzialrat dann zurecht, eigentlich hat sich Plochberger von Lielacher beschwatzen lassen, denn die BlueBull war ja doch nicht so toll, wie sich das dann herausgestellt hat.

Die Begründung, warum er die eigentlich vertraglich vereinbarte Mehrheitsübernahme der i-online software ag durch die YLine verhinderte, war dann erstaunlich skurril: dann hätte die YLine ja das Sagen gehabt, hätte vielleicht ihre Beteiligung sogar an „irgendwelche Heuschrecken“ (gemeint sind Banker) verkauft und „Heuschrecken“ wollte er ganz sicher nicht in der i-online software ag haben. An der Stelle musste der ganze Saal lachen.

Er legte auch dar, dass er sich durch die laufende Aufforderung des YLine-Vorstandes an ihn, doch seine mit dem Erwerb der YWAS eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, belästigt gefühlt habe. Der Vorstand wollte „ständig Geld von mir“. Sagte es und gab andererseits mehrmals bereitwillig zu, dass er die Verbindlichkeit der IBM mit der YWAS übernommen hatte und ja auch bezahlt hätte, wenn er zuerst das Geld aus dem angestrebten Verkauf der YWAS-Kunden bekommen hätte. Klingt irgendwie kompliziert? Ist es auch und so ging es heute über viele Stunden!

Friedrich Scheck zuzuhören ist immer ein Vergnügen. Das liegt weniger am Wahrheitsgehalt, sondern an der Art des Vorbringens. Das war es auch heute, denn inhaltlich konnte man das getrost als Märchenstunde verstehen und sich an den vielen netten Geschichten und deren arabesken Ausführungen erfreuen. Glauben wird man sie aber nicht dürfen. Daher auch oben in der Abbildung sein Schreiben mit dem er im Juli 2001 meinem Steuerberater bestätigte, dass ich ihm 96.700 Aktien geliehen habe – heute stellte er das so dar als hätte ich ihm diese im Austausch für i-online-Aktien gegeben. Na, was denn nun? Welche Wirklichkeit stimmt denn nun?

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About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

Kategorie

Gericht, Prozesstagebuch, Unternehmen