YLine-Veteranen auf der Parkbank

YLine-Veteranen auf der ParkbankSchauplatz und Zeit: irgendwo in der Steiermark in mittelferner Zukunft auf einer Parkbank, davor ein kleiner Teich auf dem einige Enten schwimmen. Zwei alte Männer sitzen auf der Bank, eine Drohne schwebt leise über ihnen.

„Sog,  glaubst kommt noch  jemand heut‘?“

„Du na, des glaub‘ i net. Wir warn ja letztes Jahr schon nur mehr zu dritt! Und der Dings ist g’storben im Jänner.“

„Stimmt, ja genau, jetzt wos du’s sagst. Weiß’t die Zeit vergeht halt schon rasend schnell. So ein Jahr is echt schnell vorbei! Kannst du dich noch an 2014 erinnern, weißt schon, wie die Wirtschaftsprüferin ausg’sagt hat?“ fragt der alte Mann und kichert leise vor sich hin.

„Na klar, das war schon a bisserl strange, oder? Was ist denn aus der worden? Warum kommt die denn nicht mehr zu unseren Veteranentreffen? Des hab ich doch schon einmal gwusst … man vergisst echt soviel, gell?“

„Stimmt, man vergisst soviel aber des meiste is eh gut, dass man’s vergisst, sonst wirst deppert im Kopf! Du, die lebt angeblich jetzt in einem Wohnheim, betreutes wohnen nennt sich des. Sie hat sich schon vor 8 Jahr‘ für verhandlungsunfähig erklären lassen. Keine Veteranin mehr, die hat nach dem ersten OGH-Urteil die zweite Verhandlungsrunde gar nicht mehr mitg’macht, weißt nicht mehr? Angeblich hat sie schon 6 Enkelkinder! Des macht dich halt schwach, weißt!“

„Stimmt, sag wie heißt unser Richter jetzt? Es ist doch a Mann, jetzt, oder?“

„Ja, a Mann ist es schon aber der Name fallt mir jetzt a net ein. Es ist ein Junger! Warum fragst?“

„Einfach so! Konversation halt!“

„Aha!“ … Kopfschütteln  … „Du weißt, manchmal denk‘ ich mir, die Akte YLine ist ein groß angelegtes Sozialexperiment. So nach dem Motto: wie wirken sich drei Jahrzehnte Verfahrensdauer generationenübergreifend auf die Beteiligten aus. Und bei dir merkt man da schon was…“ Wieder kichert der alte Mann in sich hinein.

„Du, möglich ist es schon, möglich ist des schon!“ … kurze Pause … „weißt, bis 2015, bis zum ersten Urteil, da war es teilweise schon sehr zach aber dann ist es g’angen. Da hab‘ ich mich dann eing’stellt g’habt. Nach der Scheidung, wie ich dann die Karla g’heiratet hab, da hat’s passt. Es ist halt gut, wenn deine Frau auch deine Anwältin ist. Meine Verfahrenshilfe ist für uns so etwas wie a Leibrente. Das hat mich dann schon entspannt, weißt. Und jetzt mit der Pension dazu, da kann ich schon fast am Putz hauen.“

„Weisst, du und deine Frau’ngschichten … aber programmieren kannst noch immer net!“

Die Drohne fliegt weiter…

 

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About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

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