Moshe Hogeg, Mitgründer von Yo sollte Österreich eher meiden!

Wir haben jetzt irgendwo um die 18 oder 19 oder so Verhandlungstage hinter uns. Ich habe zu zählen aufgehört. Ein ganz wesentlicher Teil der Befragungen hat sich dabei um die Bewertung der Sacheinlagen, den Vorwurf der Untreue und um die strafrechtliche „Waghalsigkeit“ unserer IBM-Partnerschaft gehandelt. Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass wir bei der Übernahme von Firmen im Wege von Sacheinlagen wissentlich zu hohe Bewertungen angesetzt und damit den Tatbestand der Untreue begangen hätten. Auch wäre unser großes IBM-Projekt zu waghalsig gewesen (siehe Analyse der Anklage hier).

Unter anderem haben wir uns Anfang 2000 bei einer Erotik-Plattform mehrheitlich beteiligt und mit Hingabe von YLine-Aktien im Wert von € 1,5 Mio mit 74 Prozent eingekauft. Das Unternehmen, ein Startup, verkaufte Erotikinhalte über das Web auf Minutenbasis an seine Kunden – und das im Rahmen eines Startups durchaus erfolgreich. Verfügte also über registrierte Kunden UND Umsätze SOWIE über eine Vorstellung, wie man zukünftig Umsätze machen wollte, hatte also einen Businessplan. Trotzdem wird behauptet, wir hätten absichtlich zu teuer gekauft (siehe Beitrag hier). Wo unser Vorteil gewesen sein könnte, unser Motiv, das bleibt die Staatsanwaltschaft bis heute schuldig zu beantworten. Das Verfahren der Akte YLine ist diesbezüglich bestenfalls skurril, was fast jeden Tag durch die Realität bekräftigt wird.

Moshe Hogeg, Mitgründer von Yo sollte Österreich eher meiden!

Moshe Hogeg, Mitgründer von Yo sollte Österreich wegen verdächtig hoher Bewertung seines Startups eher meiden!

In der abgelaufenen Woche wurde im Zuge einer Kapitalerhöhung das erst im April 2014 gegründete Startup YO mit US-$ 10 Millionen bewertet. Das Unternehmen hat – nach eigenen Angaben mit einem Aufwand von 8 Stunden – eine App entwickelt, die nichts anderes macht, als Freunden das Wort „YO“ zu senden. Die Idee nennt sich „Null Buchstaben Kommunikation“. Von vielen als Riesenschwachsinn bezeichnet, sahen einige – durchaus renommierte – Investoren potenziellen Sinn darin und investierten diese Woche US-$ 1,5 Millionen (Bericht hier und Firmenprofil hier). Im wesentlichen ist diese hohe Bewertung einer 8-Minuten-App einem bewusst mittels Werbeagentur über die sozialen Medien ausgelöstem Hype geschuldet, einer viralen Kampagne. Man hat einige Tech-Blogger dazu gebracht, sich über die Yo-App zu äußern und das wars dann. Geschickt gemacht – hier ist der lesenswerte Bericht über die Choreografie des Hypes. Das Startup hat selbstredend keine Umsätze, keine Einnahmen und auch noch keine Idee, wie man solche in Zukunft erzielen könnte. Das lässt man auf sich zukommen! Durchaus üblich mittlerweile in der Startup-Szene aber sicher nicht in Österreich. Der Staatsanwalt bezeichnet das gegebenenfalls als waghalsiges Vorgehen iSd § 159 StGB und als einen Verstoß gegen die Grundsätze ordentlichen Wirtschaftens.

Yo ist kein Extremfäll und keine besondere Ausnahme, sondern gelebte Realität in der Web-Ökonomie. Im Gerichtssaal in Wien hingegen wird diese Realität einfach verweigert, weil nicht sein kann, was nicht sein soll. Hohe Bewertungen von Startups sind verdächtig und kridaträchtig handeln die Startups sowieso, so der destruktive Tenor! Wird von beamteten Staatsanwälten behauptet, ohne Argumente, also auch intellektuell anspruchslos absurd! Und wenn es sein muss, dann treibt die Justiz dieses absurde Spiel halt auch einmal 13, 14 oder 15 Jahre. Und lässt sich das absurde Spiel Millionen für Gutachten, Prozesstage und Vorbereitung kosten. Gar nicht zu reden von den Kosten für die Angeklagten! Mit diesen sinnlos vernichteten Millionen hätte man der österreichischen Startup-Szene schon viel Gutes tun können!.

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About Redakteur

Gründer und CEO von YLine und damit ein authentischer Berichterstatter über die spannende Zeit des wirtschaftlichen und politischen Wechsels am Ende des alten Jahrtausends.

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Gericht

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