Ein kleiner Ausschnitt aus dem Datenmaterial in der Akte YLine

Vielleicht kennt ihr den Film „Rat Race – der nackte Wahnsinn„, eine schräg überdrehte Komödie mit John Cleese und Rowan Atkinson von Jerry Zucker aus dem Jahr 2001. Hier die Kurzbeschreibung des Films aus Wikipedia:

Der exzentrische Millionär Donald P. Sinclair besitzt ein Spielcasino in Las Vegas. Für eine exklusive Wette sehr reicher Topspieler lässt er eine Gruppe zufällig ausgewählter Casinogäste an einem verrückten Rennen teilnehmen. In einem Schließfach in Silver City, New Mexico, sind 2 Millionen Dollar deponiert, die derjenige aus der Gruppe erhält, der als Erster vor Ort eintrifft.

Kurz zusammengefasst ereignen sich im Film auf der Suche nach den 2 Millionen Dollar jede Menge unmöglicher Begebenheiten. Und hier habe ich die Analogie zur derzeitigen Situation der Akte YLine gefunden.

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Datenmaterial in der Akte YLine

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Datenmaterial in der Akte YLine

In der Akte YLine suchen wir zwar auch die Millionen (die Frage danach wurde interessanterweise von Gericht und Staatsanwaltschaft noch nie gestellt). Aber derzeit suchen wir vor allem viele Kisten mit Unterlagen für die neuen Gutachten, die erstellt werden müssen. Bekanntlich wurde ein neuer Gerichtsgutachter bestellt und auf der Angeklagtenseite soll im Sinn der Waffengleichheit auch einer bestellt werden. Die neuen Gutachter brauchen natürlich die Unterlagen. Alleine, es fehlen je nach Ansicht der diversen Rechtsvertreter irgendwo zwischen 30 bis 50 Kisten. Angeblich gibt es irgendwo zwischen 35.000 bis 90.000 Seiten. So genau weiß das keiner und ein zentrales Verzeichnis gibt es offenbar keines. Hier und dort tauchen bei involvierten Rechtsvertretern zwar ein paar Kisten auf, es gibt Hinweise, dass der Masseverwalter ein Lager in Brunn angemietet hätte (auch diese Unterlagen werden benötigt), es wird viel telefoniert, diskutiert und gerätselt aber scheinbar weiß niemand, wie und wo man die gesammelten Unterlagen findet und was man mit der Situation macht. Das letzte diesbezügliche E-Mail zog gestern seine Kreise. Chaotisch, schräg, das Ganze. Es würde mich nicht wundern, wenn John Cleese nächste Woche plötzlich im Gerichtssaal auftritt und die Sachlage klärt.

Das klingt jetzt vielleicht ein wenig zu polemisch aber Tatsache ist, dass weder der neue Gutachter noch die Verteidiger die Unterlagen haben, um ihren Job zu machen. Wie sollen wir denn da im Oktober 2014 (!) fertig sein? Trotzdem geht es vorläufig ohne Gutachten weiter … nächste Woche mit 12 geladenen Zeugen wobei zumindest 3 schon abgesagt haben … nach 13 Jahren, wobei 6 davon nicht ermittelt wurde (ich weiß schon, den Satz kennen die meisten bis zum Überdruss). Naja, am Donnerstag bin ich bei meinem Anwalt Dr. Scherbaum – der wird hoffentlich mehr wissen.

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Kategorie

Gericht