Vom Internet zur Blockchain

IBM hat sich derzeit tief in die Blockchain-Welt hineinbegeben. In eine Welt in der ich seit vielen Jahren bin und die in ihrer Dynamik durchaus mit der damaligen New Economy und dem damaligen Aufbruch ins Internet vergleichbar ist. Damals war YLine ein wichtiger Partner für IBM, um Marktanteile, Referenzen und Erfahrungen im Internet zu sammeln. IBM hatte die Frühphase des Internets mehr oder weniger verschlafen.

Die Blockchain ist heute das was das Internet vor 20 Jahren war – eine neue Technologie mit hohem Potenzial und disruptiver Wirkung. Hoffentlich macht IBM heute sein Geschäft seriöser als damals in der New Economy.

Exklusive Partnerschaftsvereinbarung

Im September 1999 schloss YLine (damals noch „IT-D“) eine Europäische „Partnerschaft für die Errichtung und den Betrieb einer für den europäischen Raum vorgesehenen Rechenzentrums- und Internetzugangsinfrastruktur“ ab (siehe Partnerschaftsvereinbarung hier). Im Bereich der Internetzugangsinfrastruktur war das YLine-PC-Bereich das mit größem Abstand das größte Projekt von IBM in Österreich und Europa. Der Bedeutung dieses Projektes angemessen wurde Dr. Artur Kozak, damals der höchste Manager von IBM Europe im Bereich der Finanzierungen, als IBM Client Executive für die YLine bestellt. Diese Ehre wurde von IBM nur den wichtigsten Partnern zuteil. Später trat auch noch der ehemalige Generaldirektor von IBM Österreich, Günter Pridt, in den Vorstand der YLine ein.

Die Partnerschaftsvereinbarung hatte folgende Klausel:

IBM und IT-D (YLine) verpflichten sich zu wechselseitiger Exklusivität und partnerschaftlichen Verhalten.

YLine Partnerschaftsvereinbarung mit IBM

Die Partnerschaftsvereinbarung zwischen IBM und YLine war eine exklusive.

Mehr Informationen zur Partnerschaftsvereinbarung mit IBM findens sich hier. Ein Bericht zum Konkurrenzverhalten der IBM findet sich hier. Wir haben im Zuge des jahrelangen Strafverfahrens alles bestens dokumentiert und aufgearbeitet. Dankenswerterweise gibt es jetzt auch ein im Zuge des Strafverfahrens erstelltes Gutachten über die IBM-Beziehung und zum Eigenkapitalersatz.

Die Erkenntnisse des Strafverfahrens

Im Strafverfahren hat sich dann herausgestellt, dass diese Zusagen und Vereinbarungen nicht das Papier wert waren. Ehemalige IBM Manager sagten vor Gericht unter Wahrheitspflicht aus, dass IBM gemeinsam mit den YLine-Parter Cybertron hinter dem Rücken der YLine und unter Verstoß gegen die Exklusivität einen eigenen „YLine-PC“ beispielsweise bei der Kronenzeitung angeboten hatte. Abgekupfert von der YLine und dem Wissen aus dem YLine-Projekt. Damals war YLine in Gesprächen mit der Kronenzeitung über eben so einen PC. Die Kronenzeitung hat die Gespräche damals ohne Angabe von Gründen abgebrochen. Heute wissen wir warum – IBM hatte der Kronenzeitung direkt angeboten. Diese Vorgangsweise war nicht nur ein Bruch der VEreinbarung, sondern auch ein Verstoß gegen die eigenen Business Conduct Guidelines. Ab in ihrer Gier hatten die IBM-Leute da keine Bedenken. IBM hat später einige dieser Leute angeblich wegen dieses Verhaltens und der PC-Projekte gefeuert.

Zeugen behaupteten weiterhin, dass der damals noch als Generaldirektor von IBM Österreich agierende Günter Pridt darüber Bescheid wusste und in die PC-Projekte involviert war bevor er in den Vorstand der YLine wechselte mit einem Millionenbonus, den die YLine an Pridt zahlte.Entsprechende interne IBM Emails wurden dem Gericht vorgelegt. Pridt hatte also als Vorstand der YLine Wissen über das vereinbarungswidrige Verhalten von IBM, erwähnte jedoch nie obwohl das definitiv im Interesse der YLine und seiner Aktionäre gewesen und seine gesetzliche Verpflicht gewesen wäre. Soviel zur berühmten Ehtik von IBM.

Man stelle sich vor: IBM verkauft um dutzende Millionen Euro PC’s und Server an YLine, damit diese damit den Österreichischen Markt entwickelt. YLine geht das entsprechende Risiko ein, diesen Markt zu entwickeln. Und dann adressiert IBM eben diesen Markt widerrechtliche und im bewussten Verstoß gegen die exklusive Partnerschaft als Konkurrent zu YLine. Später hat IBM dann die Partnerschaft medial abgestritten, was dem Unternehmen eine Einstweilige Verfügung einbrachte (dowload hier).

Das ist nur ein Beispiel für das Verhalten von IBM das der YLine und seinen Aktionären massiven Schaden zugefügt hat. Weitere Beispiele folgen in Kürze und sind der Gegenstand unserer Schadenersatzforderung.

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IBM