Ernst Hofmann

Ernst Hofmann kommt aus dem steirischen Kammern, wo er mit einer kleinen Kunststofffabrik begann. Diese hatte bereits sein Vater gegründet. Der 1950 geborene Hofmann ist ein begnadeter und extrem pragmatischer Netzwerker. So hatte er seine Aktivitäten im Bereich von Nahrungsmittelfabriken über die Einzelhandelskette Billa groß machen können. Dort war der langjährige Generaldirektor Veit Schalle einer seiner engsten Freunde. Beide verband darüber hinaus die Nähe zu Jörg Haider und seiner FPÖ.

Ernst Hofmann fand sich mit seinen Unternehmen auch unter jenen Gönnern, die Jörg Haider die von diesem geliebten PS-starken Autos zur Verfügung stellten. Die Porsches, in denen sich Haider gerne ablichten ließt, wurden beispielsweise von einer von Hofmanns Unternehmen zur Verfügung gestellt. Die Beziehung zur FPÖ war weniger ideologischer als viel mehr pragmatischer Natur. Er erkannte, dass die Partei am Vormarsch war und nutzte das für seine unternehmerischen Zwecke.

In den Medien wurde Hofmann gerne als „blaue Eminenz“ bezeichnet. Das hatte durchaus seine Berechtigung. Zu seinen besten Freunden unter den Freiheitlichen zählte Gernot Rumpold, der Mann „fürs Grobe“ bei der FPÖ der 1990er Jahre. Eine sehr enge, beinahe mentorenhafte Beziehung hatte Hofmann auch zu Gerry Mikscha, dem damaligen Assistenten Haiders. Mit Jörg Haider selbst verband ihn eine gute, pragmatische, wenn auch nicht freundschaftliche Beziehung. Sehr gut konnte Hofmann auch mit dem damaligen Justizminister Dieter Böhmdorfer. Ebenfalls sehr gut konnte er mit dem Kurzeit-Infrastrukturminister Michael Schmidt. Dessen Kabinettschef Willi Berner war ein Zögling von Hofmann.

Insofern war der Unternehmer damals im Zentrum der FPÖ und der aufstrebenden politischen Kraft Österreichs. Hofmann konnte die gute Zeit der FPÖ in den 1990er Jahren und erst recht die Jahre der Regierungsbeteiligung für seinen unternehmerischen Erfolg nutzen. Mit öffentlichen Wortspenden oder medienwirksamen Auftritten am Society-Parkett hielt er sich stets zurück, er trat einfach nie in Erscheinung. Mit dem Niedergang der FPÖ begann dann auch der Niedergang von Ernst Hofmanns Unternehmensgruppe.

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